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Baustart für Weseler Südumgehung jetzt im Juli

Sorgen um Verzögerungen : Baustart für Südumgehung jetzt im Juli

SPD-Fraktionschef Hovest schreibt an Minister Wüst – und wartet auf Antwort.

(sep) Eine Brieffreundschaft wird das wohl nicht mehr werden: Erneut hat Wesels SPD-Fraktionschef Ludger Hovest an den Landesverkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) geschrieben, weil er keinen Fortschritt beim Bau der geplanten Südumgehung von der Rheinbrücke in Richtung A3 sehe. Zweimal zuvor, im September 2018 und vor knapp vier Wochen im April 2019, hatte Hovest in dieser Sache ebenfalls den Minister kontaktiert. Weil Wüst auf das Schreiben vom 9. April noch nicht geantwortet hatte, machte Hovest sein neues Schreiben nun öffentlich. Es ginge ihm nicht schnell genug. „Schreiben werden i.d.R. innerhalb von vier Wochen beantwortet. Die Antwort ist in Bearbeitung“, teilte das Ministerium unserer Redaktion auf Anfrage mit. Das Schreiben von Hovest sei am 18. April eingegangen.

Es ist aber nicht nur ein Streit um unbeantwortete Briefe, die den jungen Minister und den streitbaren SPD-Fraktionschef entzweit. Hovest geht es um die Fertigstellung der Südumgehung. Mehrmals ist der Baustart verschoben worden. Hovest fragt in seinem neuen Brief also abermals den Minister: „Wann kommen Sie nach Wesel, um den Spatenstich für den Weiterbau der Südumgehung zu tätigen?“ Zusammen mit „vielen tausend gestressten Menschen in Wesel“ warte die SPD auf diesen Termin. Seit der Fertigstellung der Rheinbrücke im Jahr 2009 sei der Bau der Südumgehung avisiert. Als erstes Datum sei die Fertigstellung 2022 genannt worden. Der Minister solle verhindern, dass die Südumgehung der Berliner Flughafen von NRW wird. Hovest stellt die Frage, ob Straßen NRW in der Lage sei, die benötigten Erdmassen zu liefern. Hovest fragt auch, ob mittlerweile alle Grundstücke im Besitz des Landes seien, um die Straße zu bauen. Auf Anfrage erklärte Hovest, dass nach seiner Kenntnis noch immer nicht alle nötigen Grundstücke gekauft seien.

Ludger Hovest: hätte gerne Post aus Düsseldorf. Foto: Jana Bauch (jaba)

Inhaltlich versucht das Ministerium zu deeskalieren: Der Spatenstich sei für Juli dieses Jahres geplant, teilt eine Sprecherin mit. Der gesamte Zeitrahmen sei nicht in Gefahr. Die Sprecherin von Wüst verweist darauf, dass die Bauarbeiten für die Lippebefüllung neu ausgeschrieben worden seien (wir berichteten). „Ursprünglich waren die Arbeiten für die Verfüllung des Lippearmtals im Herbst 2017 vergeben worden. Da der Auftragnehmer nicht das vertraglich vereinbarte Material liefern konnte, wurde der Vertrag gekündigt. Darum wurden die Arbeiten neu ausgeschrieben.“ Diese Flächen lägen aber nicht auf dem „kritischen“ Weg der Bausausführung. „Die Gesamtmaßnahme wird dadurch nicht verzögert. Die beginnenden Bauarbeiten werden auf Flächen ausgeführt, die dem Bund gehören.“

(sep)