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Warum der Stau an der Rheinbrücke in Rees fast weg ist

Situation an der Rheinbrücke Rees : Warum der Stau fast weg ist

Viele Autofahrer sind verwundert und erfreut. Nachdem es kilometerlange Schlangen wegen einer kleinen Baustelle an der Rheinbrücke gegeben hatte, hat sich die Situation entspannt. Kritik gibt es gleichwohl weiter.

Es hatte für viel Frust bei den Autofahrern gesorgt. Als die Arbeiten an der Baustelle auf der Auffahrt zur Rheinbrücke begannen, wurde auch eine neuen Ampel installiert, die dafür sorgte, dass Autos nur noch jeweils in eine Richtung passieren konnten. Das hatte für kilometerlange Staus in beide Richtungen gesorgt. Die Autos standen auf Reeser Seite bis zurück zum Kreisverkehr, auf der linken Rheinseite standen die Wagen bis zur Rübenfabrik.

Die zuständige Behörde Straßen NRW war über die Situation nicht begeistert und versprach nachzubessern. Viele glaubten nicht daran, dass tatsächlich etwas passieren würde, aber inzwischen kann man sagen: Die Behörde hat Wort gehalten. Es ist wirklich gelungen, die Fahrzeug-Kolonnen auf beiden Rheinseiten spürbar zu verkürzen. Auch zu den Stoßzeiten kommen Autofahrer mit einigermaßen zumutbaren Wartezeiten über die Rheinbrücke.

Ein Zustand, der auch die Verantwortlichen freut. „Wir haben jetzt auch die Rückmeldung bekommen, dass der Verkehr jetzt dort viel besser fließt“, sagt Gregor Hürter, Sprecher von Straßen NRW. Gelungen ist das der Behörde durch eine Veränderung der Ampelschaltung. Einmal ist die Baustellenampel an die Ampel an der Kreuzung beim Real-Supermarkt angepasst worden. Einen besonders großen Effekt habe aber die Verkürzung der Ampelphase an der Baustelle gehabt. Hier wechselt die Ampel jetzt wieder schneller auf Grün, dadurch fließt der Verkehr besser ab. Dafür war allerdings notwendig, dass die Straße dort jetzt für Fahrradfahrer gesperrt werden musste. „Denn wenn Radler solche Bereiche durchfahren dürfen, müssen wir Rücksicht darauf bei der Berechnung der Ampelphasen nehmen“, erläutert Hürter. Im Klartext: Weil es länger dauert bis ein Fahrrad durchgefahren ist, bleibt die Ampel länger auf Rot, damit den Radlern nicht plötzlich schon die Autofahrer entgegenkommen. Eine solche Ampelschaltung führe dann dazu, dass die Wagen noch lange vor der roten Ampel warten, obwohl aus der anderen Richtung schon lange alle Wagen durchgefahren sind.

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Jetzt dürfen Radler hier nicht mehr entlangfahren. Die Phasen sind kürzer und damit auch der Stau. Wer dort allerdings öfter vorbeikommt, wird feststellen, dass sich längst nicht jeder Radler an die neuen Bestimmungen halten. Immer mal wieder schleicht sich ein Radfahrer an der Baustelle vorbei. Ansonsten wäre nämlich ein kilometerlanger Umweg nötig.

Noch gefährlicher: Immer wieder sind auch Fußgänger in dem Bereich unterwegs. Dabei war die Baustelle eigentlich von Anfang an für Spaziergänger tabu. Denn wenn die Ampel auch auf Fußgänger noch bei den Schaltzeiten Rücksicht genommen hätte, würde mancher Autofahrer Probleme haben, vor der nächtlichen Ausgangssperre über die Brücke zu kommen.

Zur Entzerrung der Situation kann zudem auch ein ganz einfacher Grund beigetragen haben. Mancher Autofahrer weicht momentan einfach über die Brücken in Wesel oder Emmerich aus.

Das berichtet auch Theo Döppers aus Rees, der keineswegs davon überzeugt ist, dass sich die Situation verbessert hat. Er sei Rhinkieker und habe die Brücke daher immer im Blick. „Da ist vor allem zu den Stoßzeiten am Morgen und nachmittags noch ein Riesenstau“, sagt er. Sein Sohn habe am Donnerstag eine Stunde gebraucht, um wieder auf die rechte Rheinseite zu kommen. Ein anderer Sohn fahre inzwischen nur noch über die Emmericher Brücke.

Die Arbeiten an der Auffahrt zur Brücke sollen voraussichtlich noch bis zum Samstag, den 15. Mai, dauern.