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Was kommt nach der Pandemie?

Wirtschaft in Ratingen : Insel der Glückseligen

Axel Mauersberger, Geschäftsführer des Untzernehmerverbandes Ratingen, begrüßt Neubauprojekte, den Lückenschluss der A 44 und die Förderung der Westbahn. Sie geben ein Signal für die Zeit nach Corona.

Die Pandemie nervt. Da hilft derzeit auch nicht die Hoffnung, dass ab Juni die Priorisierung beim Impfen aufgehoben werden soll und sich ein jeder um einen Impftermin bewerben kann. Denn bis dahin stehen uns weiterhin harte Wochen bevor, bei den derzeitigen Inzidenzraten ist die Aufhebung der nächtlichen Ausgangsbeschränkungen kurzfristig nicht in Sicht. Und selbst wenn ein Gericht die Regelungen kippen sollte, bleibt das Social Distancing unabdingbar, um das Virus einzudämmen.

Wenn man über den Corona-Tellerrand schaut, gibt es aber auch gute Nachrichten – gerade in Ratingen. Das Statistische Jahrbuch der Stadt 2020 bietet dafür viele Ansätze. Ratingens Einwohnerschaft wächst – langsam aber seit 2016 stetig auf 92.781 Einwohner Mitte 2019. Und mit den nun angeschobenen Neubauprojekten, sei es am Felderhof oder seien es die Projekte der WoGeRa, wird die Einwohnerzahl weiter steigen.

Das ist gut so, denn es geht darum, aus Einpendlern Einwohner zu machen. Der seit vielen Jahren steigende Einpendlerüberschuss hat mit 10.416 einen neuen Höchstwert erreicht. Das sind zwar Vor-Corona-Zahlen, aber es ist damit zu rechnen, dass die Homeofficequote nach dem Ende der Pandemie wieder zurückgehen wird. Mancher homeofficegeschädigte Arbeitnehmer fleht schon jetzt darum, wieder im Büro arbeiten zu dürfen.

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Für die Pendler geht es darum, möglichst einfach und ohne Stau ins Büro zu gelangen. Dafür benötigt Ratingen gute Anbindungen für den Individualverkehr, etwa den Lückenschluss der A 44 ab Heiligenhaus. Und auch attraktive Angebote des öffentlichen Personennahverkehrs, etwa die Ratinger Westbahn zwischen Duisburg und Düsseldorf. Beide Projekte kommen derzeit gut voran, die Angertalbrücke der A 44 steht, und NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst hat soeben sieben Millionen Euro für die Weiterplanung der Weststrecke zur Verfügung gestellt. Damit bleibt auch dieses Projekt im wahrsten Sinne des Wortes „auf dem Gleis“ – damit nach Fertigstellung der Feinplanung auch das Geld des Bundesverkehrsministers zur Durchführung des Projekts fließen kann.

Nein, wir leben in Ratingen nicht auf der Insel der Glückseligen. Wir haben aber auch keine Gründe zur Verzweiflung. Denn wichtige Infrastrukturprojekte gehen weiter – und werden nach dem Pandemieende dafür sorgen, dass Ratingen ein noch begehrterer Ort zum Leben und Arbeiten wird.