Asylbewerber im Kreis Wesel: Empfänger-Zahl sinkt lokal unterschiedlich

Zahlen des Landesamtes für den Kreis Wesel : Asyl: Empfänger-Zahlen sinken lokal unterschiedlich

Landesweit gehen die Zahlen der Empfänger von Asylbewerberleistungen weiter zurück. Das geht aus einem Bericht von Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT NRW) als Statistischem Landesamt vom Montag hervor.

Heruntergebrochen auf die Kreise und besonders bei Betrachtung der jeweiligen Kommunen wie zum Beispiel Wesel sind jedoch starke Differenzierungen nötig, weil das mit den Aufnahmequoten zusammenhängt. Grundsätzlich gilt, dass die Zahlen seit 2015 abnehmen.

Waren Ende 2015 in NRW noch 224.108 Empfänger von Asylbewerberleistungen aktenkundig, so waren es am 31. Dezember 2018 noch 98.480. Im Vergleich zum Vorjahr waren dies 19,6 Prozent weniger. Im Gleitflug nach unten bewegten sich in besagtem Zeitraum auch die Zahlen für den Kreis Wesel: 6502 Fälle schlugen 2015 zu Buche, 5260 waren es in 2016 und 3232 in 2017. Eine weitere Abnahme auf 2833 bedeutet fürs vergangene Jahr einen Rückgang um 12,3 Prozent.

Große Unterschiede kennzeichnen – wie in anderen Kreisen auch – die prozentualen Veränderungen im kommunalen Vergleich. So weist der IT NRW-Bericht für Schermbeck mit minus 39,8 Prozent die größte Abnahme im Kreis aus. In absoluten Zahlen waren es zum Jahresende 65 Fälle gegenüber 108 Ende Dezember 2017. Für Hamminkeln bedeutet eine Reduzierung von 201 auf 181 einen Rückgang von zehn Prozent. In der Kreisstadt Wesel selbst war ein Anstieg um 0,4 Prozent zu verzeichnen. Nach 478 Leistungsempfängern in 2015 und einer Höchstmarke von 855 im Jahr 2016 waren 2017 dann 464 Fälle registriert und zuletzt 466. Aktuell sieht es schon wieder ganz anders aus. Wie Hans-Joachim Zache von der Stadtverwaltung am Montag auf Anfrage unserer Redaktion berichtete, hat es seit dem Jahreswechsel 44 Zuweisungen gegeben. Mithin sind derzeit 510 Asylbewerber in Wesel im Leistungsbezug. Die erfüllte Aufnahmequote für Wesel liege damit bei etwa 95 Prozent, sagte Zache.

Wie IT NRW weiter mit Blick auf die Erhebung zum Jahreswechsel für das Land mitteilte, bildeten Menschen aus Asien mit 53,1 Prozent die größte Gruppe. Hier wiederum überwogen Personen aus dem Irak (11,2 Prozent), gefolgt von Afghanen (8,9 Prozent) und Syrern (5,4 Prozent). Etwa ein Viertel der Empfänger kamen aus europäischen Nicht-EU-Staaten wie Serbien oder Albanien. 63,9 Prozent der Leistungsempfänger waren 18 bis 64, also im erwerbsfähigen Alter. 35,2 Prozent waren Kinder und Jugendliche – unbegleitet eingereiste Minderjährige nicht eingerechnet.

Die empfangenden Personen verteilten sich auf 56.267 Haushalte. davon waren fast die Hälfte Gemeinschaftsunterkünfte, Knapp 20.000 lebten dezentral in angemieteten Wohnungen und fast 10.000 in Aufnahmeeinrichtungen.

Die Bruttoausgaben für Leistungen beliefen sich in NRW 2018 auf rund 910 Millionen Euro – 362 Millionen Euro weniger als 2017.

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