Wermelskirchen: Schwanenschule gewinnt Preis im Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten

Schwanenschule Wermelskirchen : Schüler gewinnen Preis des Bundespräsidenten

Die Schwanenschüler beschäftigten sich für den Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten mit der Vergangenheit ihrer Schule. Zur Belohnung geht es zwei Tage nach Hamburg.

13 Grundschüler der Schwanenschule haben Bemekenswertes geschafft: Sie haben am Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten teilgenommen – und gewonnen. „Das ist total cool! Ich habe mich so gefreut, als Frau Brand uns das gesagt hat“, sagte der achtjährige Noah am Donnerstag. Erst am Mittwochabend hatten die Dritt- und Viertklässler von ihrem Erfolg erfahren. Die Schule bekommt dafür Fördergeld, die Kinder dürfen sich über einen Zwei-Tages-Ausflug nach Hamburg freuen.

„Den größten Gewinn nehmen sie aber in ihren Herzen mit“, ist sich Gunhild Dahlhoff, die das Projekt gemeinsam mit Ilona Brand als Tutorin begleitet hat, sicher. Dass das stimmt, merkt man. Wenn die Kinder von ihrer Reise in die Vergangenheit erzählen, ist ihnen die Begeisterung ins Gesicht geschrieben. Sie sind kaum zu bremsen und ihr gesammeltes Wissen über die aufregende Vergangenheit ihrer Schule sprudelt nur so aus ihnen heraus. Denn genau die haben sie untersucht: die 127-jährige-Schulgeschichte – und vor allem die Krisen, die es darin gab. Das Thema des Geschichtswettbewerbs lautete nämlich: „So geht’s nicht weiter. Krise, Umbruch, Aufbruch.“

In der Vergangenheit der Schwanenschule gab es einige Tiefpunkte, wie die Schülerinnen und Schüler bei ihrer Recherche herausfanden. Dazu suchten sie im Internet, befragten einen Zeitzeugen und stöberten im Archiv des Bergischen Geschichtsvereins im Keller der Schule. „Ich wusste gar nicht, dass es so ein Archiv überhaupt gibt“, sagte die neunjährige Hannah. Was sie dort entdeckten?

Zum Beispiel die Geschichte des Suppenhäuschens. Die spielt in der Kaiserzeit, um das Jahr 1914 und den Ersten Weltrkrieg. „Die Kinder waren schlecht ernährt und hatten nicht viel zu essen“, berichtet Eny (10). Also sagten Bürger „so geht’s nicht weiter“, und fingen an, auf dem Schulhof Suppe zu kochen. Weil der bergische Regen die jedoch ein ums andere Mal verdünnte, wurde das Suppenhäuschen gebaut. Die kleine Schulhütte steht heute noch.

An diesem und vielen anderen Beispielen haben die Kinder während des Projekts gelernt, wie Krisen eine positive Wendung bekommen können. Etwa als die Schule während der Weltkriege mehrfach durch Soldaten besetzt war. „Da haben die Lehrer, wenn das Wetter gut war, draußen in einem kleinen Wald unterrichtet“, sagte Hannah. Diese Meilensteine der Schwanenschule, von der Eröffnug bis zur Flüchtlingskrise heute, wollten die Schüler auch mit anderen teilen – und sie nicht nur in der Mappe mit der Aufschrift „Wenn Steine reden könnten, würden sie von Menschen erzählen“ sammeln. Also suchten sie auf den Dachböden von Eltern, Nachbarn und Verwandten Requisiten und Kostüme zusammen, und studierten innerhalb von sechs Wochen ein ganzes Theaterstück ein. „Als wir es dann aufgeführt haben, war ich echt stolz“, sagte Luisa (10). Bilder und eine Video-Aufnahme kamen mit in die Mappe, die beim Geschichtswettbewerb eingereicht wurde. Dafür gab es nun den Sonderpreis für besonders kreative Gruppenbeiträge in der Altersgruppe bis Klasse 6. „Und jetzt freuen wir uns auf die Fahrt nach Hamburg“, sagte Noah.

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