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Wermelskirchen: Juca-Schultour wird mit 93.000 Euro gefödert

Förderung für Wermelskirchen : 93.000 Euro für die Juca-Schultour

Die Juca-Schultour und das Youthnited-Festival werden in den kommenden drei Jahren durch eine Leader-Förderung ermöglicht. Geplant ist das Festival als Abschluss vom 11. bis 14. Juni.

Behördliche Mühlen mahlen manchmal langsam, dafür aber umso ausgiebiger. Gerade dann, wenn staatliche oder EU-Förderstellen mit im Boot sind. „Wir haben den ersten Antrag beim Förderprogramm Leader 2018 gestellt. Die Idee war, das Projekt der Juca-Schultour und des Youthnited-Festivals komplett zu überarbeiten“, sagt Juca-Leiter André Frowein. So sollten im Rahmen der Schultour neue Schulen besucht, das Festival überarbeitet werden. „Die Idee war, mit der Förderung die Finanzierung von 2019 bis 2021 zu stemmen. Das haben wir dann aber bald komplett über den Haufen geworfen“, sagt Frowein. Denn die Antragsstellung habe sich als weit komplexer herausgestellt, als zuvor angenommen. „Im Mai 2018 haben wir das Okay des Vereins Leader Region Bergisches Wasserland bekommen. Und dann ging es los“, sagt Frowein lachend.

Denn die nächsten Schritte hätten sich als sehr langwieriges Unterfangen entpuppt. „Wir mussten den Antrag für die Bezirksregierung Köln fertigstellen. Das war extrem umfangreich, weil wir über 60 verschiedene Kostenstellen hatten, für die wir verschiedene Angebote einholen mussten“, erzählt Frowein. Die Bands, die Verpflegung, die Soundanlagen – all das seien unterschiedliche Kostenstellen. Im Sommer 2018 habe Frowein damit angefangen, das alles zu untermauern. „Das hat aber meine Kapazitäten komplett gesprengt. Ich habe einige Zeit lang versucht, das nebenher zu stemmen“, sagt der Juca-Leiter.

Der dazugehörige Verein, das evangelisch-freikirchliche Sozialwerk Wermelskirchen, hätte dann aber Ende 2018 eine Minijob-Stelle geschaffen, um den Arbeitsaufwand zu stemmen. „Das haben wir als Investment betrachtet“, meint Frowein. Die Zusammenarbeit mit den Leader-Regionalmanagern Martin Deubel und Céline Zahn sei ebenfalls sehr intensiv gewesen. „Die beiden haben uns wirklich viel geholfen“, betont Frowein. Was lange währt, wird endlich gut: Im September 2019 ist der Antrag dann schließlich fertig gewesen. „Mitte Oktober haben wir ihn bei der Bezirksregierung abgegeben. Da ging das dann auch tatsächlich recht schnell, auch wenn es noch einige Nachfragen gegeben hat“, sagt Frowein. Pünktlich zu Weihnachten habe die Genehmigung der Bezirksregierung dann im Briefkasten gelegen. „Ein schönes Weihnachtsgeschenk“, sagt Frowein schmunzelnd. Die Genehmigung des Leader-Antrags ermöglicht es nun, die Schultour für die Jahre 2020 bis 2022 zu organisieren – und auch ein größeres, erstmals dreitägiges Youthnited-Festival mit internationalem Line-up zu präsentieren.

Die Zeit bis zur Zusage hat Frowein als nervenaufreibend erlebt. „Das war schon nicht ohne, weil natürlich schon viel geplant und überlegt worden ist.“ Die Finanzierung der Schultour von 2017 bis 2019 ist über eine Innovationsförderung des Bundesfamilienministeriums unterstützt worden. „Wir mussten eben schon überlegen, wie und ob wir das Jahr 2020 selbst finanzieren könnten, wenn die Leader-Förderung nicht geklappt oder sich noch weiter verzögert hätte“, sagt Frowein. Auch eine Absage sei nicht völlig ausgeschlossen gewesen. „Aber jetzt können wir natürlich in die Vollen gehen“, freut sich der Juca-Leiter. Die teilnehmenden Schulen seien festgelegt, die Bands ebenfalls und auch das Line-up für das Youthnited-Festival stehe. „Es werden unter anderem eine US-Band namens ‚Fight The Fade‘ und die kanadische Band ‚All Above Me‘ auftreten. Jetzt geht es los mit der Werbung“, meint Frowein.

Die Gesamtfördersumme, die das Projekt von Leader bekommt beläuft sich auf 93.000 Euro, die über drei Jahre verteilt sind. „Das Festival kostet etwa 23.000 Euro, die Schultour 20.000. Das Festival wird auch von der Evangelischen Kirchengemeinde Wermelskirchen unterstützt“, erläutert Frowein. Im Rahmen von Leader müssten auch Eigenleistungen erbracht werden. „Was wir gut können, ist, viele Jugendliche zu erreichen, die mithelfen wollen“, erklärt Frowein. Er betont: „Die wollen ihr eigenes Festival gestalten. Das ist ein richtiges Pfund, das wir da haben.“

Das Festival soll von Donnerstag, 11. bis Samstag, 14. Juni stattfinden. Dazu wird es am Sonntag noch einen weiteren Tag mit Veranstaltungen für Kinder und einem Gottesdienst geben. „Das Festival findet an der Kuhler Heide statt“, sagt Frowein. Wobei die Corona-Krise im Moment für einen Unsicherheitsfaktor sorgt. Aber Frowein ist Optimist. Eine Absage ist kein Thema – im Moment.