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Hückeswagen: Neue DLRG-Halle mit Leader-Förderung

Lebensretter in Hückeswagen : Neue DLRG-Halle mit Leader-Förderung

Weil die vorhandenen Materialschuppen an der Wachstation allesamt marode sind, will die DLRG-Ortsgruppe mit Fördermitteln einen Neubau stemmen. Der Antrag liegt bei der Bezirksregierung. 100.000 Euro sollen gefördert werden.

Die Hückeswagener Lebensretter leiden unter akutem Platzmangel. Für die Unterbringung wichtiger Arbeitsmaterialien, das neue Boot und das Auto, aber auch für die Jugendarbeit soll daher nun ein Neubau her. Der kostet viel Geld, aber für genau solche Projekte ist das europäische Leader-Förderprogramm eingerichtet worden. Dessen Ziel ist es, innovative Projekte im ländlichen Raum zu fördern. „Wir kannten Leader schon, aber bislang fehlte uns vor allem eine genaue Preiskalkulation“, sagt Susanne Feckner, stellvertretende Geschäftsführerin der Ortsgruppe. „Um uns bewerben zu können, mussten wir eine Kostenschätzung vorlegen. Und dafür brauchten wir einen Architekten, den wir leider nicht im Verein hatten und erst einmal suchen mussten“, ergänzt Ausbildungsleiter Jonas Rösner.

In Zusammenarbeit mit Martin Deubel, Regionalmanager des Leader-Vereins Bergisches Wasserland, habe man nun aber den Antrag auf den Weg gebracht. „Wir haben die vollen 100.000 Euro beantragt. Da nun auch noch 40 Prozent Eigenleistung dazukommen müssen, dürfte es sich hier um einen realistischen Betrag handeln“, sagt Rösner. Er sei auch guter Dinge, dass der Antrag genehmigt werde. Die genaue Planung für den Neubau werde nun gemacht. „Der erste Entwurf zeigte ein Gebäude von zehn mal 15 Metern Grundfläche. Wir sind aber noch in der Ideenfindung“, berichtet der Ausbildungsleiter. Zudem müssten Flächennutzungs- und Bebauungsplan noch entsprechend geändert werden. „Dabei sind wir in enger Abstimmung und Gesprächen mit der Stadt, die uns bei unserem Vorhaben sehr unterstützt. Auch der Wupperverband ist mit im Boot“, sagt Rösner. Dass der Neubau durchaus dringlich sei, könne man nicht zuletzt an einem der drei Schuppen sehen, der in besonders schlechtem Zustand sei, sagt Susanne Fleckner. „Dort ist kürzlich sogar der Boden durchgebrochen. Das THW hat uns zum Glück einen dicken Balken darunter herziehen können, so dass wir ihn provisorisch weiter nutzen können. Aber im Grunde ist er kaputt.“ Die DLRG-Ortsgruppe brauche aber dringend den vor der Witterung geschützten Platz, um ihre Materialien sicher lagern zu können. „Man kann zwar immer noch die Sachen zusammenstopfen, aber irgendwann ist eben Schluss“, sagt die stellvertretende Geschäftsführerin. Außerdem sei man im Notfall wesentlich schneller, wenn alles richtig gelagert sei. Im künftigen Neubau würden das Auto und das Boot nebeneinander und nicht hintereinander stehen. Gelagert würden dort Bojen, Hochdruckreiniger, Kompressor, Flossen, die Materialien für den Triathlon, Übungspuppen, Rettungsbretter und weitere Materialien. „Wir hätten auch bei Veranstaltungen in Zukunft wesentlich mehr Platz zur Verfügung“, sagt Susanne Fleckner.

Außerdem schwebt der Ortsgruppe die Umsetzung eines neuen Konzepts vor. „Das gibt es schon bundesweit ein wenig länger, und wir wollten es immer schon umsetzen, was aber auch am Raummangel gescheitert ist“, sagt Susanne Fleckner. Hintergrund sei die Nachwuchssicherung. „Die Kinder und Jugendlichen lernen zwar bei uns schwimmen, viele machen mit zwölf Jahren auch den Junior-Rettungsschwimmerschein. Aber danach klafft eine Lücke“, hat Susanne Fleckner festgestellt.

Mit der Umsetzung des Konzepts würde genau jene Zielgruppe angesprochen. „Das ist ein enorm großer Pool an jungen Menschen, die bei uns das Schwimmen lernen. Ich verspreche mir sehr viel davon, wenn wir dann mit dieser neuen Mehrzweckhalle einen Platz haben, der eine Art Anziehungspunkt für die Jugendlichen ist. Es soll darin auf jeden Fall einen Jugendraum geben, in dem regelmäßige Treffen stattfinden können“, sagt Rösner.

Er verweist dabei auf das THW, das über entsprechende Räumlichkeiten verfügt und daher auch eine rege Jugendabteilung hat. „Wir haben auf jeden Fall Mitglieder, die sich vorstellen können, diese Jugendgruppe zu leiten. Jetzt brauchen wir nur noch den Platz“, betont Rösner.