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Wermelskirchen: Erste Fair Trade Night im Bürgerzentrum

Fair Trade in Wermelskirchen : Mehr als nur der Verkauf von Jutebeuteln

Eine Resonanz, mit der im Vorfeld nicht sicher zu rechnen war: Über 400 Besucher im Laufe des Abends machen die Fair Trade Night-Premiere zum Erfolg und sorgen für ein Lächeln in den Gesichtern der Organistoren.

Fair Trade ist mehr als der Fokus auf fair, also für die ursprünglichen Erzeuger gerecht, gehandelte und bezahlte Produkte. Fair Trade ist eine Idee, die Facetten wie Gerechtigkeit oder Solidarität genauso beinhaltet wie Klimafreundlichkeit, Regionalität, Qualität oder Schonung von Ressourcen. Das machte das ideenreiche Angebot der vielfältigen Aussteller sowie Standbetreiber auf der Premiere der Wermelskirchener Fair Trade Night im Bürgerzentrum deutlich.

„Es geht längst nicht mehr nur um den Verkauf von bestimmten Produkten, sondern um die Frage, wie wir mit diesem großen Thema im Leben umgehen – da gehören dann zum Beispiel Aspekte der Nachhaltigkeit auch dazu“, fasste es Ulla Buhlmann vom Weltladen-Team zusammen.

Der Weltladen mit seinem Ladenlokal am Markt gehört unbestritten zur Speerspitze der Umsetzung des Fair Trade-Gedankens in Wermelskirchen, wie auch Ulla Buhlmann bestätigte: „Fair Trade ist nicht nur der Verkauf von Jutebeuteln. Unsere Produktauswahl wächst stetig.“ Ebenso wäre es schön, wenn sich mehr andere Händler in der Stadt dabei beteiligen würden, sagte Ulla Buhlmann und führte den „Krämerladen“ von Jochen Schmees als positives Beispiel an. Ebenso müssten die Schulen beteiligt sein, um die Informationen zu Fair Trade über den Bildungsweg zu verbreiten.

  • Die Steuerungsgruppe: Dr. Claudia Schumacher, Ulla
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  • Julen Funk und Noah Schwartz zeigten
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  • Richard Kranz und Ursula Werheid-Ebert gehörten
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Zentral im großen Ratssaal hatte der Weltladen seinen Stand zur Fair Trade Night aufgebaut und konnte so die Vielfalt seiner angebotenen Produkte, die von Kaffee oder Tee über Schokolade und Schmuck bis hin zu Kleidung reichen, präsentieren. „Wermelskirchen ist Fair Trade Town. Das durchdringt immer mehr Bereiche, wie wir heute hier sehen“, kommentierte Ulla Buhlmann. So waren Jugendparlament, Seniorenbeirat, die Kulturinitiative (Haus Eifgen), die Jugendinitiative (AJZ Bahndamm), das alpha-Biogenprojekt oder auch das Reparaturcafé nebst Freiwilligenbörse vertreten.

Für Hanne‘s Blumenstube fungierte Volker Groß als Rosenkavalier und verteilte fair gehandelte Rosen aus Ecuador im Publikum, das mit gut 400 Besuchern im Verlauf des Abends die Veranstaltungspremiere, zu der Bürgermeisterin Marion Lück die Ideengeberin war, zu einem unerwartet großen Erfolg werden ließ. „Die Idee ist richtig toll. Mit die derart große Resonanz haben wir sicherlich gehofft, aber konnten damit nicht rechnen. Es macht richtig Spaß, jetzt haben alle ein Lächeln im Gesicht“, stellte Brigitte Zemella, Umweltbeauftragte der Stadt und Angehörige der Steuerungsgruppe Fair Trade-Stadt Wermelskirchen, im Gespräch mit unserer Redaktion fest. Sie erinnerte daran, dass die Premierenveranstaltung der Fair Trade Night wegen der Corona-Pandemie zuletzt im November 2021 kurzfristig verschoben werden musste.

Die Kombination aus Produktangebot, Information, kennenlernen, unterhalten, probieren und spielen an den insgesamt 20 Ständen mache das Flair der Fair Trade Night aus. Zum Mitmachen entschieden hatten sich auch Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums, die sich mit Schokolade, Tierhaltung und Kleidung beschäftigten und die Ergebnisse ihrer Arbeit in einem Film vorstellten. Live referierte die Eine-Welt-Promoterin für das Bergische Land, Sophia Merrem, und wies auf bedenkliche Fakten hin: „Nur 6,4 von 100 in Deutschland getrunkenen Tassen Kaffee sind fair gehandelt – Stand: 2020.“

Was sich aus fair gehandelten Produkten „zaubern“ lässt, zeigte Alexandra Koll sowie die Schwestern Sabrina und Joana Herbst vom Bahndamm-Team und stillten den Hunger der Besucher mit einer veganen Suppe – wer auf den Geschmack kam, konnte das Rezept zum Nachkochen gleich mit nach Hause nehmen – Bürgermeisterin Marion Lück nahm sich eine Portion mit nach Hause.

Für humoriges Entertainment sorgte die Moderatoren Armin Himmelrath und Uwe Engelbracht, die als Duo besser als „Herbert und Hotchkiss“ bekannt sind. Unterstützung bekam das Duo in Sachen Kabarett von Wolfgang Müller-Schlesinger mit seiner augenzwinkernden „Analyse“ zu einem möglichen Kaffeeanbau in Wermelskirchen: Begünstigt vom Klimawandel sollen demnach gerüchtehalber ein gewisser Friedel Burghoff und Walter vom Stein nach Investoren suchen, um aufzuforstende Waldflächen für den Kaffeeanbau zu erwerben – Dönges würde dazu dann das Eifgen-Areal zum Aufstellen von Massenunterkünften für billige Arbeitskräfte zur Verfügung stellen.