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Tauben in Wermelskirchen: Corona verzögert Lösung zur Tauben-Plage

Stadttauben rund um den Busbahnhof in Wermelskirchen sind ein Ärgernis : Corona verzögert Lösung zur Taubenplage

Der Verein „Stadttauben Wermelskirchen“ konnte sich nicht gründen, weil durch den anfänglichen Shutdown Kontaktverbot herrschte. Gesucht wird derzeit noch ein Standort für ein Taubenhaus im Umfeld des Busbahnhofs.

Sie fliegen wieder – ob in der Löv zwischen Kölner- und Telegrafenstraße oder rund um den Busbahnhof: Die Stadttauben fühlen sich wohl in Wermelskirchen. Die Gründung eines Taubenvereins, der sich mit dem Problem „Stadttauben“ beschäftigen will, ist nicht zustande gekommen – der Corona-Lockdown hatte den Termin platzen lassen. Dabei hatte Initiator Günter Leurerer alles für die Gründungsversammlung am 31. März vorbereitet. Der aktive Vorsitzende des Tierschutzvereins Wermelskirchen ist aber optimistisch: „Im Herbst wollen wir den Verein ,Stadttauben Wermelskirchen’ aber auf jeden Fall gründen.“

Dabei war schon alles vorbereitet: Der Satzungsentwurf war ausgearbeitet worden, sieben Gründungsmitglieder hatten sich gefunden. Wobei diese Zahl natürlich nur der Anfang sein sollte. „Wir arbeiten aber weiter daran, denn wir haben gute Gespräche mit der Stadtverwaltung und werden unterstützt“, sagt Leurerer.

Die Taubenplage hatte in den vergangenen zwei Jahren überhand genommen. Erst traten sie verstärkt in der Löv auf, beschmutzten dort alles. Dann auf einmal gab es ein neues Domizil: Bis zu 100 Vögel wurden 2019 auf Dächern zweier Häuser am Busbahnhof gezählt. Sie fühlten sich und fühlen sich weiterhin wohl, wurden illegal gefüttert. Aktuell sind es etwa 50 Tiere. Für Leurerer ist das Taubenthema ein von Menschen selbst verursachtes Thema. Die Tiere hätten mit dem ehemaligen Bahnhof nach dem Abriss für den Aldi-Markt eine Heimat verloren – und Menschen würden die Tiere ständig füttern. „Dieses Füttern findet in der Illegalität statt. Die Personen sind bekannt, aber man kann das Problem wohl nicht lösen.“

„So eine Idee mit dem Verein ist nicht aus der Hüfte geschossen und schon lange ein Thema“, erklärt Leurerer. Er setze zudem auf Kommunikation mit den Bürgern – zum Beispiel war er Ende Januar im Seniorenbeirat, um für die Sache zu werben. Der Tierschutzverein Wermelskirchen/Hückeswagen, dem er vorsteht, werde beim Taubenproblem nicht eingreifen: „Das ist Sache des neuen Vereins“, sagte Leuerer im Januar im Gespräch mit dieser Redaktion. Er sehe den Tierschutzverein nur als Moderator.

 Er werde sich aber zur Wahl stellen, denn „es macht Sinn, dass beide Vereine Hand in Hand“ arbeiteten und nicht gegeneinander wie in einer Nachbarstadt. Er habe inzwischen Gespräche mit der Stadtverwaltung geführt, um einen Standort für das Taubenhaus zu finden. Dies sollte in der Nähe des jetzigen Aufenthaltsortes liegen, denn Tauben seien ortstreu. „Ich kann mir vorstellen, dass dies im Bereich der ehemaligen Skaterhalle sein könnte“, sagt Leuerer. Als Taubenhaus könnte er sich Baucontainer vorstellen, verziert von Graffitikünstlern, so dass sie ins Stadtbild passten. „Die Stadtplanerin unterstützt uns bei der Suche nach einem Standort, und auch die Bürgermeister ist auf unserer Seite.“, so Leuerer.

Die Stadtverwaltung steht dem wachsenden Heer der Tauben machtlos gegenüber. „Wir können nichts tun“, sagt Ordnungsamtsleiter Arne Feldmann. „Wir dürfen sie nicht schießen oder vergiften.“ Denn Tauben seien nicht als Schädlinge klassifiziert wie Ratten. „So ist es nicht möglich, sie zu bekämpfen“, berichtet Feldmann.

Wichtigste Aufgabe des Vereins sei es, in einem Taubenhaus das Brüten zu kontrollieren – also einen Teil der Eier auszutauschen. Kontrolliertes Füttern gehöre genauso dazu. „Die Bestandskontrolle ist also die wichtigste Aufgabe, um den Bestand so zu reduzieren“, sagt Günter Leurerer. Wobei gerade da die Arbeit des Vereins liege: So ein Taubenhaus müsse sauber gehalten werden. „Deshalb wäre es gut, viele Mitglieder zu finden, die unser Projekt unterstützen – einmal, um tatkräftig mit anzupacken, aber auch um die Vereinsarbeit durch ihre Mitgliedsbeiträge zu finanzieren.“