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Wermelskirchen: Einschulung der i-Dötzchen auf Schulhöfen

Grundschulen planen die Verabschiedung der Viertklässler und den ersten Tag für Schulanfänger : Einschulung der i-Dötzchen auf Schulhöfen

„Wir hoffen auf gutes Wetter“, heißt es aus den Grundschulen in Wermelskirchen. Denn dann können zumindest die Eltern draußen dabei sein, wenn ihre Kleinen in die Schule kommen. Die Verabschiedungen der Viertklässler hingegen muss ohne Familien stattfinden.

Eltern müssen jetzt ganz tapfer sein: Egal, ob ihr Kind Ende Juni von der Grundschule verabschiedet oder im August neu eingeschult wird: stolz in der Aula klatschen, wenn der Spross das Zeugnis erhält oder sich verstohlen ein Tränchen aus dem Auge wischen, wenn das Töchterchen zum ersten Mal in die Schule stapft, ist in diesem Jahr nicht möglich. „Wir planen mit den Vorgaben, die wir bis jetzt haben. Aber wir wissen natürlich nicht, ob die Bestand haben. Wir hoffen für die Kinder, dass es zumindest bis zur Einschulung weitere Lockerungen gibt“, sagt Friederike Kelzenberg-Gerloff, Schulleiterin der Dhünntalschulen in Dabringhausen und Dhünn, die gerade die Abschlussfeier der 47 Viertklässler plant. Die verlassen die Grundschule am 26. Juni. Ohne, dass ihre Eltern dabei sind, denn die dürfen die Schule nicht betreten. „Wir verteilen die Zeugnisse in den Klassen und sind gerade in Gesprächen mit den Kirchen, ob die Vertreter für einen Gottesdienst an die Schule kommen können“, so die Rektorin.

Einen digitalen Gottesdienst sehen die 45 Kinder der vierten Klassen an der Waldschule auf den Whiteboards in ihren Klassenräumen. „Die Verabschiedung findet klassenintern statt und alle Klassenlehrer haben sich Überraschungen für die Kinder ausgedacht, bevor sie die Zeugnisse überreichen“ erklärt Schulleiterin Dagmar Strehlow-Toussaint. „Später treffen sich die Kinder klassenweise auf dem Schulhof, damit sie sich voneinander und auch von den Lehrern verabschieden können.“

Dass die Kids ihre Freundinnen und Freunde noch einmal sehen, bevor sie in unterschiedliche Schulen wechseln, findet Andrea Steinz, Rektorin der Katholischen Grundschule St. Michael, sehr schön. Aber traurig, dass die Eltern nicht dabei sein können. Die warten vor der Kirche auf ihre Kinder, die den Gottesdienst besuchen können, „weil 44 Kinder und die Lehrer gut in die Kirche passen.“

Gleich zwei Verabschiedungen plant Schulleiterin Marion Klein für den Grundschulverband Am Haiderbach in Hünger und Tente: „Sonst klappt das mit den Abstandregelungen in der Turnhalle nicht“, sagt sie. Die erste Klasse bekommt um 10 Uhr die Zeugnisse, „dann desinfizieren wir die Stühle, bevor die zweite Gruppe mit den Lehrern in die Turnhalle kommt.“ Auch sie findet es schade für die Eltern, dass sie diesen besonderen Moment nicht miterleben können, „aber für die Viertklässler ist es schön, dass noch einmal alle zusammen sind.“

Ähnlich sind die Planungen für die 80 Kinder der Abschlussklassen in den Schwanenschule. Aber wie die Einschulung für die 68 Erstklässler im August genau ablaufen wird, kann der stellvertretende Schulleiter Tobias Niemann nicht genau beantworten, „weil noch niemand etwas genaues weiß“, sagt er.

Fest steht nur, dass niedliche Rituale, die ansonsten bei Einschulungen auf dem Programm stehen, in diesem Jahr nicht stattfinden können: „Normalerweise warten die Paten aus den vierten Klassen auf die Kleinen, nehmen sie an der Hand und begleiten sie in die Schule“, sagt Andrea Steinz. „Das müssen wir jetzt anders planen. Es darf ja auch nicht gesungen werden auf der Feier.“

An allen Grundschulen finden in den kommenden zwei Wochen Elternabende für die Kinder der Erstklässler statt. „Wir hoffen, dass wir bis dahin Infos haben, wie es nach den Sommerferien weitergeht“, sagt Dagmar Strehlow-Toussaint, die darauf hofft, dass die Eltern der 50 Erstklässler, die am 13. August in der Waldschule in zwei Klassen eingeschult werden, mit dabei sein können. „Wir haben einen großen Schulhof und wenn das Wetter mitspielt, könnte das klappen.“

„Wir beten alle für gutes Wetter an diesem Tag“, sagt auch Marion Klein. „Dann können die Feiern draußen stattfinden.“ Ihr Plan B für die Turnhalle sind zwei Einschulungen, „damit wir mit dem Platz hinkommen und zumindest die Mama mit dabei sein kann, wenn es für die Kleinen zum ersten Mal in die Schule geht.“ Gestaffelte Zeiten für zwei Einschulungstermine sind bereits für die Dhünntalschulen geplant. „Wir werden alles tun, dass es für die Kinder ein schöner und besonderer Tag wird“, verspricht Friederike Kelzenberg-Gerloff.

Dass Großeltern, Tanten, Onkel oder Paten mit auf den Schulhof dürfen, halten aber alle Schulleiterinnen für aussichtslos. „Die müssen leider Zuhause bleiben und später mit den Kindern feiern.“