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Wegberg: Spannender Polit-Krimi mit Lokalkolorit

Wegberg : Spannender Polit-Krimi mit Lokalkolorit

Kai Beisswenger hat ein neues Buch geschrieben. In "Schräge Helden" geraten drei Männer in eine nervenaufreibende Kriminalgeschichte. Einige Beschreibungen dürften bei Lesern aus Wegberg hohen Wiedererkennungswert haben.

Die Grundebene seiner Bücher ist immer wieder die alte Parsifal-Geschichte, die Autor Kai Beisswenger neu auflegt: Über den tumben Tor, der in der Welt reift. "Sie gehören in das Genre 'Coming-of-Age' (über das Heranwachsen)", erläutert der Wegberger, "ganz einfache Otto-Normalverbraucher werden in eine Geschichte reingeschmissen und zu Helden."

Im Fall seines Neulingswerkes "Schräge Helden" sind es drei Männer, die sich zufällig kennenlernen und sich zur Lösung eines Problemfalls zusammenraufen. Die drei grundverschiedenen Typen treffen in einer Autobahnraststätte aufeinander. Während sie sich zaghaft näher kommen, wird am Nebentisch ein Notizblatt vom Durchzug erfasst und flattert ihnen vor die Füße. Sie dechiffrieren die Notiz und erhalten unglaubliche Erkenntnisse. Daraufhin stellt sich die Frage, ob sie die Welt vor einem Unglück bewahren können.

Kai Beisswengers Vorliebe für eine wissenschaftliche Grundlage, auf der er seine Psycho-, Wissenschafts- und Polit-Krimis aufbaut, ist auch in dieser, von seiner Lebenspartnerin illustrierten, Erzählung vorhanden. Sie spielt in NRW - im Raum Siegburg, Düsseldorf und Wegberg - und thematisiert etwa internationalen Terror mit Bezug zu den belgischen Kernkraftwerken Tihange und Doel. "Mit der Energiewende haben wir uns in Deutschland von der Atomkraft abgewendet, aber 80 Millionen Menschen müssen weiterhin an Energie kommen", umreißt Beisswenger die Thematik, "hier im Land haben wir die sichersten Meiler gebaut, aber direkt hinter der Grenze sind der Atommeiler Tihange 60 Kilometer Luftlinie vom Kreis Heinsberg und der in Doel 150 Kilometer von Düsseldorf entfernt." Eine oftmals thematisierte Gefahr angesichts teils maroder Beschaffenheit. Die davon ausgehende Gefahr spielt in "Schräge Helden" in spannender Überspitzung ebenso eine Rolle wie weitere Begebenheiten, die im Jahr 2015 zu Weihnachten die Menschen an ihren jeweiligen Aufenthaltsorten bewegten: so die Flüchtlingsbewegung oder das allgemeine Politgeschehen. "Hippie-Typ" Marius beispielsweise fährt zum traditionellen Familienbesuch nach Wegberg. Mit Vater und Schwester diskutiert er rege, bevor er sich mit ihr zur heimatlichen Stippvisite im Lokal "Zur alten Post" aufmacht - detaillierte Beschreibungen zur Begegnung mit Wirt Freddy dürfte bei einigen Lesern hohen Wiedererkennungswert haben. "Wichtig ist mir, dass die Atmosphäre stimmt und man als Leser richtig im Geschehen drin ist", betont der Autor, der Wirtschaftsphilosophie und BWL studierte und während des Studiums seine Freude am Schreiben entdeckte, "oftmals erreiche ich dies mit inneren Dialogen oder genauen Ortsbeschreibungen." Dabei verfügt er über vielfältige Ortskenntnisse. Für ein japanisches Unternehmen im Bereich mobile Datenerfassung ist er geschäftlich viel unterwegs. Und er hat mehrere Jahre in Indien, Thailand, Türkei, Ägypten, Sudan und Israel gelebt.

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Schreiben bedeute für ihn, sich selbst und sein Lebensthema zu verwirklichen: Dass in jedem Menschen ein riesiges Potenzial steckt und nur geweckt werden muss. "Aufgrund von Moral und Vorstellungen kann jeder zum Helden werden." Wer also Spannung liebt und gerne mitforscht, es auch mal kurz mag sowie die Welt aus einer anderen Perspektive wahrnehmen will, wird das neue Buch und die anderen Werke mögen.

(cole)