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Union Nettetal nach dem Pokal-Aus gegen RW Essen

Fußball-NIederrheinpokal : Trotz Pokal-Aus große Zufriedenheit in Nettetal

Auch wenn der SC Union Nettetal am Ende deutlich mit 0:3 gegen RW Essen im Viertelfinale des Niederrheinpokals verlor, herrschte am Ende große Einigkeit: Mannschaft und Verein haben sich von ihrer besten Seite gezeigt.

So sehr der Stadionsprecher den Anhängern des Fußball-Regionalligisten RW Essen auf der Stehtribüne der Christian-Rötzel-Kampfbahn auch ins Gewissen redete und ihnen verdeutlichte, dass sie nicht nur sich, sondern auch andere Stadionbesucher in Gefahr bringen - seine Wort verhallten ohne Konsequenzen. Schon kurz vor dem Anpfiff der Viertelfinalpartie im Niederrheinpokal gegen den klassentieferen SC Union Nettetal fackelten sie ihre ins Stadion geschmuggelte Pyrotechnik ab und hüllten den Platz in eine dichte Rauchwolke. Das wiederholten sie während des Spiels dann noch einmal. Wohl auch, weil die zahlreich anwesende Polizei zum richtigen Zeitpunkt Präsenz zeigte, blieb es ansonsten weitgehend friedlich. Wegen des letztlich klaren 3:0 (0:0)-Erfolges ihrer Mannschaft, mussten die RWE-Fans allerdings auch keinen Frust verarbeiten. Immerhin: Sie sorgten während der ganzen Partie mit ihren von Trommeln begleiteten Gesängen für gute Stimmung.

Einer, der noch eine weniger schöne Begegnung mit den Gäste-Anhängern hatte, war SCU-Außenverteidiger Dennis Homann. Bei der Vorbereitung einer seiner weiten Einwürfe ging er nah an die Bande zur Stehtribüne zurück. Da wurde ihm zunächst der Ball aus der Hand geschlagen, dann folgten ein paar Beleidigungen. Doch der routinierte Homann nahm’s locker: „Damit muss man im Fußball manchmal eben leben. Das war noch alles im Rahmen.“ Vielmehr ärgerte er sich darüber, dass seine Mannschaft nach einer so engagierten Leistung mit leeren Händen dastand: „Wir haben 65 Minuten gegen einen so starken Gegner ein Topspiel abgeliefert. Bis dahin war kein Unterschied zu sehen. Aus dem Spiel können wir auch viel für die Liga ziehen“, meinte Homann. Für ihn war klar, dass er und seine Mannschaftskameraden mit erhobenem Haupt den Platz verlassen konnten.

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Stolz machte nicht nur Homann, wie der SC Union Nettetal eine solche Großveranstaltung gestemmt hat. „Ein großes Lob an den Verein, dass alles so gut geklappt hat. Da muss man den Hut vorziehen, wie ein Dorfklub so etwas auf die Beine stellt“, meinte auch Vize-Kapitän Bastian Levels. Schließlich musste in Abstimmung mit der Stadt und der Polizei über Wochen hinweg jede Menge organisiert werden, um einen unterhaltsamen und vor allem sicheren Fußballnachmittag zu gewährleisten. Letztlich kamen 1750 zahlende Zuschauer und bescherten dem Verein einen neuen Rekord. Da konnte es die gute Stimmung von Fußball-Abteilungsleiter Dirk Riether auch kein bisschen trüben, dass im Vorfeld angesichts des attraktiven Gegners mit seiner großen Fanschar sogar auf 2000 Zuschauern spekuliert worden war. „Es hat alles von A bis Z gepasst. Das war eine tolle Werbung für die Stadt und den Verein“, sagte Riether. Auch wenn  er nicht so auf das Geschehen auf dem Feld achten konnte wie sonst, war er mit der Leistung des Teams zufrieden. „Eine Verlängerung wäre schön gewesen, aber Essen war letztlich die reifere und bessere Mannschaft. Aber bei den Unterschieden in den Etats muss das ja auch so sein“, betonte Riether lachend.

 Um ein Zeichen in Richtung RWE-Fans zu setzen, marschiert die Polizei auf. Im Vordergrund ist SCU-Innenverteidiger Frederik Verlinden zu sehen.
Um ein Zeichen in Richtung RWE-Fans zu setzen, marschiert die Polizei auf. Im Vordergrund ist SCU-Innenverteidiger Frederik Verlinden zu sehen. Foto: David Beineke

Große Zufriedenheit herrschte auch bei den Ehrengästen. Nettetals Stadtoberhaupt Christian Wagner (CDU) hatte unter anderen den Essener Oberbürgermeister und Parteikollegen Thomas Kufen sowie in Gestalt von Lars Klieve den Chef der Essener Stadtwerke eingeladen. „Wir haben uns gut präsentiert. Es war schon toll, wie viele Nettetaler zum Gelingen dieser Veranstaltung beigetragen haben“, meinte Wagner. Auch Fußballkreis-Vorsitzender Willi Wittmann, selbst Nettetaler, war glücklich über das gelungene Event in seiner Heimatstadt: „Das war ein Spiel, dass so schnell nicht vergessen wird.“ Doch bei aller Zufriedenheit fand er noch ein kleines Haar in der Suppe: „Ich hätte mir mehr Zuschauer aus den benachbarten Städten und Gemeinden gewünscht.“