Aus im Niederheinpokal für Union Nettetal gegen RW Essen

Fußball-Niederrheinpokal : Union Nettetal verkauft sich gegen RW Essen teuer

Vor der Rekordkulisse von 1750 Zuschauern schied Fußball-Oberligist SC Union Nettetal im Viertelfinale des Niederrheinpokals gegen den Regionalligisten RW Essen mit 0:3 (0:0) aus, präsentierte sich aber über weite Strecken auf Augenhöhe.

Der Traum vom Erreichen des Halbfinales im Fußball-Niederrheinpokal hat sich für den Oberligisten SC Union Nettetal nicht erfüllt. Am Samstagnachmittag unterlagen die Nettetaler auf eigener Anlage dem in der Regionalliga kickenden Traditionsverein RW Essen mit 0:3 (0:0). Dennoch lieferten die Gastgeber dem Favoriten aus dem Ruhrgebiet einen harten Kampf und präsentierten sich sogar über weite Strecken auf Augenhöhe. Nach einem Elfmetertor in der 65. Minute legten die Essener erst in der Schlussphase zwei weitere Treffer per Konter nach.

Trotz der Niederlage geriet die Partie für den SC Union aber zu einem Festtag, denn nicht nur sportlich hielt die Mannschaft gut dagegen, auch organisatorisch bewältigte der Verein die Rekordzuschauerzahl von 1750, alles in allem dürften rund 2000 Menschen auf der Anlage gewesen sein. Auch wenn die lautstarken Anhänger von RW Essen in ihrem Bereich der Stehtribüne Pyrotechnik zündeten und versuchten, einen Nettetaler Spieler anzugehen, blieb es alles in allem friedlich. Wobei auch die deutliche Polizeipräsenz wohl auch ihren Teil dazu beitrug. „Alle Rädchen haben super ineinander gegriffen. Die Zusammenarbeit mit der Stadt und der Polizei hat hervorragend funktioniert“, sagte Union-Fußballabteilungsleiter Dirk Riether. Er konnte sich zwar wegen seiner organisatorischen Aufgaben nicht so wie sonst auf die sportliche Darbietung konzentrieren, dennoch war er hoch zufrieden, wie sich das Team von Trainer Andreas Schwan präsentierte. Mit hohem läuferischen Aufwand und der nötigen Aggressivität hielt Nettetal die Gäste lange vom eigenen Strafraum weg und setze sogar das erste Ausrufezeichen. Nach drei Ecken in Folge bot sich Marc Paul die dicke Chance zum Führungstreffer, doch er traf im Strafraum den Ball nicht richtig und gab RWE-Keeper Robin Heller so die Chance, noch mit dem Fuß zu parieren (13.). Anschließend wurde Essen zwar immer dominanter, blieb aber weitgehend ungefährlich. Zweimal brachten die Gäste den Ball aufs Tor, zweimal war der starke SCU-Keeper Robin Krahnen zur Stelle. Aber auch Nettetal hatte in zwei Umschaltsituationen noch gute Möglichkeiten: Einmal verpasste Stürmer Dimitrios Touratzdidis den richtigen Zeitpunkt für einen Querpass auf den mitgeeilten Vensan Klicic, beim zweiten Mal war sein Abschluss zu harmlos.

Besser machte es Touratzidis kurz nach dem Seitenwechsel, als er nach innen zog und überraschend aus 25 Metern RWE-Keeper Robin Heller prüfte. Kurz darauf hätte es Elfmeter für Union geben müssen, als nach einem Querpass des eingewechselten Petar Popovic ein RWE-Spieler im Strafraum in den Ball rutschte und ihn mit der Hand berührte. Die Pfeife des Schiedsrichters blieb still, ertönte aber wenig später auf der Gegenseite, als der schnelle Lukas Scepanik im 16er gefoult wurde. Essens Timo Brauer verwandelte den fälligen Strafstoß sicher (65.). Von da an spielte der Regionalligist seine ganze Cleverness und Klasse aus und ließ Nettetaler Amateure jede Menge laufen. Als die dann aufmachten und die Kräfte schwanden, legte Stürmer Marcel Platzek kurz vor Schluss die Treffer zum 3:0-Enstand nach. „Sicher zwei Tore zu hoch. Aber darauf kommt es mir gar nicht an. Mir war wichtig, dass wir unseren positiven Trend aus der Oberliga fortgesetzt haben. Wir haben dieses Erlebnis genossen“, meinte Nettetals Trainer Andreas Schwan.

Statistik

Nettetal: Krahnen - Bonsen, Levels, Verlinden, Homann - Dohmen, Enger (80. Thobrock), Stroetges, Paul - Klicic, Touratzidis (60. Popovic)

Essen: Heller - Heber, Becker, Zeiger, Grund (70. Urban) - Lucas (85. Tomiak), Brauer - Wirtz (90. Remmo), Baier, Scepanik - Platzek

Tore: 0:1 (65./Elfmeter) Brauer, 0:2 und 0:3 (87. und 90.+3) Platzek

Zuschauer: 1750

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