Mietobergrenzen — Kreis schaltet Hotline für Betroffene

Kreis Viersen : Mietobergrenzen — Kreis schaltet Hotline für Betroffene

(mrö) Der Kreis Viersen wirft Viersens Bürgermeisterin Sabine Anemüller (SPD) vor, aus einem städtischen Eigeninteresse heraus tausende Bewohner der Stadt zu verunsichern. Im Kern geht es um die Kritik der Stadt Viersen an den festgelegten Mietobergrenzen für Bezieher von Sozialleistungen wie Hartz IV.

Sie werden nach Ansicht der Stadtverwaltung dazu führen, dass Hunderte Beziehern von Sozialleistungen ein Verlassen der Wohnung droht. Die Baugesellschaft der Stadt Viersen, VAB, hatte 380 Mieter angeschrieben – sie sollten sich melden, falls sie entsprechende Post vom Amt erhalten.

„Gut, dass die Bürgermeisterin der Stadt Viersen nun sagt, worum es ihr wirklich geht: die Mietverhältnisse der städtischen Wohnungsbaugesellschaft.“ Mit diesen Worten reagiert der Pressesprecher des Kreises Viersen, Markus Wöhrl auf die Befürchtung der Stadt Viersen, Mieter müssten ihre Wohnungen verlassen. „Die VAB erzielt seit Jahren Gewinne von mehr als einer Million Euro, die sie anteilig an die finanzschwache Stadt ausschüttet“, sagte der Kreis-Sprecher. Laut Geschäftsbericht der VAB sei ein Grund für diese erfreulichen Ergebnisse „eine konsequente Nutzung von Mietsteigerungsoptionen und ein straffes Mahnwesen“, so Wöhrl.

Der Kreis Viersen sei zuständig für alle Leistungsempfänger im Kreisgebiet, „und er verhält sich rechtskonform“, so der Kreis-Sprecher. Er betonte: „Niemand wird aus seiner Wohnung vertrieben und steht auf der Straße. Jedem Einzelfall wird nachgegangen.“ Deshalb schalte der Kreis Viersen erneut seine Hotline. Alle besorgten Mieter können sich melden unter der Hotline 02162 391605.

Zur Kritik der Viersener Bürgermeisterin um den hohen Verwaltungsaufwand der zu erwartenden Einzelfallprüfungen erklärte der Kreissprecher: „Die Sorgen können ihr genommen werden. Der Kreis hat über seine eigenen Ämter und das Jobcenter den besseren Überblick.“

Viersens Bürgermeisterin Sabine Anemüller erklärte am Sonntag: „Ich habe mit Bedauern zur Kenntnis genommen, dass der Kreis die Auseinandersetzung nun auf eine persönliche Ebene zieht.“ Sie betonte: „Es ist nicht die Bürgermeisterin als Person, es sind die politischen Gremien der Stadt Viersen, die einmütig ihre begründete Kritik an der Position und dem Verhalten des Kreises formuliert haben.“

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