SC Union Nettetal vor dem Spiel beim SC Düsseldorf-West

Fußball-Oberliga : Revanche unter anderen Voraussetzungen

Der SC Union Nettetal tritt am Sonntag zum wichtigen Match beim SC Düsseldorf-West an. Die im Hinspiel noch von einem anderen Trainer betreuten Gastgeber sollen in der Tabelle auf Distanz gehalten werden. 

Als der SC Union Nettetal in der Hinrunde den SC Düsseldorf-West empfing, war das nicht nur das Aufeinandertreffen eines Aufsteigers und eines etablierten Teams der Fußball-Oberliga, es war auch das Duell der beiden jüngsten Trainer der Liga. Andreas Schwan (33) aufseiten des Liga-Neulings Nettetal und Julien Schneider (damals noch 25) bei den Düsseldorfern. Schneider setzte sich mit seinen Mannen etwas glücklich 1:0 durch und fügte dem SCU nach zuvor sieben Punkten aus drei Spielen die erste Saisonniederlage bei. Doch wenn am Sonntag das Rückspiel ansteht, wird die Revanche unter anderen Voraussetzungen über die Bühne gehen. Schneider ist bei den Westlern schon länger vom 38 Jahre alten Ex-Profi Ranisav Jovanovic (unter anderem Fortuna Düsseldorf) abgelöst worden, womit Schwan in die Rolle die jüngsten Trainers der Liga gerutscht ist.

Eine Rolle, die der SCU-Coach seit seinem Amtsantritt im Herbst 2016 in Nettetal als Nachfolger von Chiquinho und unbeschriebenes Blatt aus dem Jugendfußball nur allzu gut kennt. Trotz seiner jungen Jahre geht er unbeirrt seinen bislang überaus erfolgreichen Weg. Auch aus schwierigen Phasen hat er bislang zusammen mit seinem Team stets die richtigen Schlüsse gezogen. Nach der deutlichen 0:3-Niederlage am vergangenen Sonntag gleich von einer schwierigen Phase zu sprechen, wäre angesichts des ersten Spiels nach der Winterpause allerdings vermessen. Etwas anders sieht es aber aus, wenn die Ausbeute von Hin- und Rückrunde verglichen werden. Den eingangs schon erwähnten sieben Punkten aus den Partien gegen Baumberg, SW Essen und Ratingen stehen bislang nur die drei Zähler aus dem erneuten Sieg gegen die Essener noch vor der Winterpause gegenüber.

Auf dem Weg, die Punkte-Ausbeute aus dem ersten Saisonabschnitt zu wiederholen und so den Klassenverbleib zu sichern, wäre also eine erfolgreiche Revanche gegen die Düsseldorfer überaus hilfreich. Zumal die Gastgeber seit der Amtsübernahme von Jovanovic weiterhin keine Bäume ausgerissen haben und als Tabellen-16. mit 19 Punkten auf einem Abstiegsplatz rangieren. „Wir werden auf einen Gegner treffen, der alles daran setzten wird, den Abstand zu uns zu verkürzen“, erklärt Andreas Schwan, der mit seinem Team sieben Zähler und fünf Plätze vor dem SC-West rangiert. „Auf der anderen Seite wollen wir diesen Abstand halten, im besten Fall sogar vergrößern“, betont Schwan.

Nur gut, dass seine Schützlinge das genauso sehen und schon am Dienstag nach der Pleite gegen Ratingen mit einer ungewohnt nachlässigen zweiten Spielhälfte beim Training sehr selbstkritisch waren. Für die überaus wichtigen Partien gegen Düsseldorf und am Wochenende nach Karneval gegen Schlusslicht FSV Duisburg haben sie sich vorgenommen, eine Reaktion zu zeigen und vieles besser zu machen. „Wir dürfen nicht so passiv sein wie gegen Ratingen, müssen mehr Laufbereitschaft und Zweikampfhärte zeigen“, weiß Schwan. Das ist gegen die Westler auch deshalb zu empfehlen, weil die Nettetaler bei ihren Beobachtungen festgestellt haben, dass der Gegner unter dem Ex-Stürmer Ranisav Jovanovic mit zwei Spitzen, also offensiver, agiert. „Wir überlegen schon auf ein, zwei Positionen etwas zu ändern, weil uns etwas anderes erwartet als gegen Ratingen“, erklärt Schwan. Wenn dabei herauskäme, dass wieder der jüngste der Trainer der Liga den Platz als Sieger verlässt, wäre das für Schwan ganz sicher ein willkommener Nebeneffekt.

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