Rückschlag bei geplantem 240-Betten-Hotel in Viersen

Investor ausgestiegen: Rückschlag bei Viersens Hotel-Plan

Der Investor Ten Brinke ist aus dem Zwölf-Millionen-Euro-Projekt ausgestiegen. Aktuell wird mit einem anderen Investor für das geplante 240-Betten-Hotel verhandelt. Die Eröffnung kann frühestens 2020 stattfinden.

2019 sollte eigentlich das Jahr werden, in dem in der Stadt Viersen ein großes Hotel eröffnet. „Seit 40 Jahren wurde immer wieder darüber gesprochen, dass Viersen ein Hotel braucht“, sagte Bürgermeisterin Sabine Anemüller (SPD) im März 2018, als sie gemeinsam mit dem Projektentwickler SP Immobilien, dem Architekten und dem Investor die Pläne für den viergeschossigen Hotelbau am Josefsring vorstellte. Ebenfalls im März vergangenen Jahres machte die Politik den Weg für den Bau frei, stimmte einer Überplanung des Geländes nahe der Südstadt zu.

Doch aus der Eröffnung bis Jahresende wird nichts: Die Ten Brinke Entwicklungsgesellschaft ist als Investor abgesprungen. Nicht, weil sie das Projekt in Viersen nicht reizvoll fände, wie es heißt. Sondern schlicht, weil das Unternehmen derzeit eine große Vielzahl von Bauprojekten bearbeite.

Dass die Rahmenbedingungen in Viersen stimmen, dafür spricht auch die Tatsache, dass der Entwickler SP Immobilien aktuell mit einem anderen Investor verhandelt. Er soll dem Vernehmen nach bereit sein, in die festgelegten Rahmenbedingungen einzusteigen. Die sehen vor, dass der Hotelbau (3 Sterne Superiour) viergeschossig wird, 123 Zimmer bekommt und 240 Betten. Nördlich vom Hotelgebäude, das 14 Meter hoch und 65 Meter lang werden soll, sind 60 Stellplätze geplant.

Die Verhandlungen mit dem neuen Investor sind nach Informationen unserer Redaktion weit gediehen. Bereits im Februar könnte der Vertrag stehen. Und selbst für den Fall, dass die Verhandlungen scheitern, soll ein dritter Investor bereits Interesse signalisiert haben; er allerdings würde Änderungen an den Rahmenbedingungen erwarten, so dass das Projekt eine erneute Schleife durch die Ratsausschüsse nehmen müsste.

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Bei der Präsentation vor zehn Monaten waren die Verantwortlichen von einer Bauzeit von 15 bis 18 Monaten nach Unterzeichnung der Kaufverträge ausgegangen. Der Ausstieg des Investors wird also dazu führen, dass das geplante Hotel wohl frühestens im Herbst 2020 eröffnen wird.

Ob es, wie ursprünglich geplant, ein „Holiday Inn Express“ wird, ist noch unsicher. Als Betreiber war im vergangenen Jahr die Tristar GmbH in Berlin vorgestellt worden, der größte Franchise-Nehmer der Interconti-Gruppe. Nach Angaben von Tristar-Geschäftsführer Ulrich Enzinger befinde sich sein Unternehmen derzeit „in Verhandlungen“.

Unabhängig von der Verzögerung beim Hotelbau schreitet die Entwicklung der geplanten Wohnbebauung auf dem Areal voran. Geplant sind mehr als 60 barrierearme Wohnungen vom Appartement bis zur 80-Quadratmeter-Wohnung.

Die SP-Immobilien hat bereits eine eigene Firma für das Bauprojekt gegründet, die SP-Viersen Josefsring GmbH. Das Unternehmen hat der Stadt bereits ein Kaufangebot unterbreitet; der Kaufvertrag soll unterzeichnet werden, sobald die Baugenehmigung erteilt wurde. Noch im ersten Quartal 2019 soll der Bauantrag gestellt werden, im Spätsommer oder Herbst könnte mit dem Bau der barrierearmen Wohnungen begonnen werden. Sie sollen in drei- bis viergeschossiger Bauweise entstehen, mit einem Staffelgeschoss.