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CDU will am Altweibernachmittag in Dülken Karnevalsmusik spielen lassen

Dülken : CDU: Gebt der Musik am Altweibernachmittag noch eine Chance

Die Stadt hat das musikalische Bühnenprogramm am Altweiberdonnerstag in Dülken gestrichen. Es würde Jugendliche animieren, Alkohol zu trinken. Die CDU plädiert jetzt dafür, Musik beizubehalten - aber Schunkellieder zu spielen statt elektronischer Musik.

Viersens CDU sieht den Plan der Stadtverwaltung kritisch, am Altweibernachmittag in Dülken aufs musikalische Bühnenprogramm zu verzichten. Seit einigen Jahren war dort nachmittags elektronische Musik gespielt worden. Das soll es nach Ankündigung der Stadtverwaltung in diesem Jahr nicht mehr geben. Aus Gründen des Kinder- und Jugendschutzes habe sich der städtische Fachbereich Kinder, Jugend und Familie vorsorglich für diese Maßnahme entschieden, hieß es von Seiten der Stadtverwaltung. „Minderjährige und junge Erwachsene gefährden sich und andere an diesem Tag vor allem durch übermäßigen Alkoholkonsum“, sagte eine Stadtsprecherin. „Laute Musik von der Bühne wirkte dabei stimmungsfördernd und animierte so dazu, noch mehr Alkohol zu trinken.“ Auch das Mitbringen von Lautsprecherboxen auf Bollerwagen ist in diesem Jahr verboten.

Dülkens Ortsbürgermeisterin Simone Gartz (CDU) begrüßt gemeinsam mit Ratsfrau Manuela Krienen (CDU) grundsätzlich die engekündigte „Null Toleranz Strategie“ des Ordnungsamtes in Bezug auf den überzogenen Alkoholgenuss von Jugendlichen während Altweiber auf und um den „Alten Markt“. „Was sich in der Vergangenheit teilweise an Alkoholexzessen an Altweiber gerade in der Karnevalshochburg Dülken abspielte, darf nicht mehr geschehen“, so die Ortsbürgermeisterin. „Ich bin selbst schon viele Jahre im Straßenkarneval mit Leib und Seele dabei. Es wird zu Karnevalsmusik geschunkelt, und viele Freunde des Brauchtums feiern in guter Stimmung.“ Die Musik sei dabei ein wesentlicher Bestandteil in allen Gruppen. Dabei müsse Brauchtum die tragende Rolle spielen - und dazu gehöre für jung und alt auch Musik. „Eine Abschaffung des musikalischen Angebots halte ich allerdings für falsch“, sagt Krienen. „Eine Verbotsstrategie kommt bei Jugendlichen nicht gut an, die Folge wäre, dass sich die jungen Karnevalisten in der ganzen Stadt verteilen und so nicht mehr im Blickwinkel stehen“, so Krienen weiter. In den vergangenen Jahren habe sich die Strategie einer organisierten Feier mit Bühnenprogramm etabliert und wurde auch gut angenommen.

Gartz schlägt vor, auf die Musik nicht zu verzichten: „Wenn man es organisieren würde, dass auf dem Markt nach der offiziellen Auftaktveranstaltung zum Straßenkarneval kontrolliert Karnevalsmusik gespielt würde, zu denen die Jugendlichen ordentlich feiern und schunkeln könnten, wäre das im Sinne des eigentlichen Karnevals förderlich“. Beide Ratsfrauen sind sich einig: Die Verwaltung möge der Musik noch eine Chance geben und die Eigenverantwortlichkeit junger Menschen im Umgang mit Alkohol parallel mit den möglichen Mitteln fördern, wie es bisher geschehen ist.