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Solingen: "Ein wunderschönes Ergänzungsmedium“

Unternehmen : „Wunderschönes Ergänzungsmedium“

Die Rheinkultur Medien und Verlags GmbH vermarktet in Deutschland rund 360.000 Schaltschränke der Telekom als „Citycubes“. In Corona-Zeiten ist das ein wichtiges Standbein geworden.

Die Kunden von Klaus Peter Weber haben etwas auf dem Kasten – auch wenn die Medien und Verlags GmbH des gebürtigen Solingers ihn lieber „Citycube“ nennt. Würfelform haben die „Cubes“ aber selten: Weber vermarktet rund 360.000 Schaltschränke der Telekom als Werbeflächen. In Corona-Zeiten ist das ein wichtiges Standbein geworden. Denn die 2009 gegründete Agentur startete ursprünglich als Dienstleister für die Entertainment-Branche.

Keine Toten-Hosen-Tour, kein „Summerjam“ in Köln, keine „Night of the Jumps” in München vor November: also auch keine Plakatwerbung. „Das Virus hat zugeschlagen“, sagt Klaus Peter Weber. „Wir haben es trotzdem geschafft, bis heute ohne öffentliche Unterstützung klarzukommen.“ Die „Citycubes“, seit 2015 im Programm, tragen ihren Teil dazu bei. Die GmbH von der Bismarckstraße bietet sie in rund 6000 Kommunen von Flensburg bis Garmisch-Partenkirchen an.

In Solingen stehen etwa 900 Schaltschränke der Telekom. „20 bis 30 Prozent von ihnen sind nutzbar“, erläutert der 62-jährige Geschäftsführer. Etwa 50 sind zurzeit belegt. Es geht um Standorte, an denen die Cubes direkt ins Auge fallen. Am Rathaus wirbt beispielsweise die Stadtverwaltung für ihre Dienste, an der Krahenhöhe gibt es einen Hinweis auf den Brückenpark und an der Schützenstraße macht ein Logopäde auf sich aufmerksam. Auch die Kultur ist vertreten: Acht Güterhallen-Künstlern hat Rheinkultur für ein Jahr je einen Schaltschrank zur Verfügung gestellt.

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Gewerbliche Nutzer verpflichten sich ebenfalls für mindestens ein Jahr und zahlen ab 55 Euro pro Monat. „Citycubes sind ein wunderschönes Ergänzungsmedium“, beschreibt Weber sein Angebot. „Besonders geeignet sind sie für Kommunen mit weniger als 100.000 Einwohnern. Denn je kleiner die Städte sind, desto kleiner ist der Bestand an Außenwerbeträgern. Auf den Citycubes kann der Gewerbetreibende längerfristig auf sich aufmerksam machen. Es ist kein Kampagnenmedium.“

Anfangs wurden in den Metropolen Bilderrahmen aufgebracht, in denen Poster beispielsweise auf ein Konzert hinwiesen. Heute werden die Cubes meist mit einer Spezialfolie beklebt, wie sie auch für Werbung auf Fahrzeugen genutzt wird. „Wir haben sehr viel Feldarbeit leisten müssen“, blickt der Rheinkultur-Chef zurück. Heute kennt der Computer nicht nur alle verfügbaren Standorte in Deutschland, sondern auch die diversen Schaltschrank-Typen. Weber: „Die Telekom hat 75 verschiedene Baukörper. Eine Standardisierung ist so gut wie gar nicht möglich.“ Auch die Reaktion der Stadtverwaltungen war nicht einheitlich. „Noch vor zwei Jahren wollten viele Kommunen nicht mit uns sprechen, aber das hat sich geändert“, betont der Geschäftsführer. Dabei denkt er auch an Städte mit viel historischer Bausubstanz. „Wir haben unser Angebot kürzlich in Trier vorgestellt. Ein Schaltschrank vor der Porta Nigra ließe sich auch als Mauer oder mit Fotos verkleiden.“ Tausende von Schaltschränken von Solingen aus zu vermarkten, ist allerdings eine Aufgabe. Die Medien und Verlags GmbH bietet nicht nur Gestaltung und Druck des Werbemittels, sondern auch Installation und Instandhaltung an. Weber: „Deshalb suchen wir weitere Kooperationen beim Vertrieb.“ Die Instandhaltung, ist Weber sicher, mache auf jeden Fall nur einen kleinen Teil der Arbeit aus: „Es ist deutlich erkennbar, dass von uns bearbeitete Anlagen nicht mehr beschmiert werden.“ Die Folie habe einen Anti-Graffitischutz.

Und wie geht es weiter mit der reinen Kultur? „Wir stehen weiter in engem Kontakt zu den Veranstaltern“, erzählt Klaus Peter Weber. „Mit viel Glück wird es im Frühjahr wieder Veranstaltungen geben.“