Unterburg: Hochwasser: Kleine Bäche rücken ins Visier

Unterburg: Hochwasser: Kleine Bäche rücken ins Visier

Die Arbeiten zur Eindämmung des Eschbachs gehen planmäßig voran. Nach den Überschwemmungen von Sonntag werden auch die kleinen Zuflüsse überwacht. Die Stadt hat nun mit der Ausbesserung der Eschbachstraße begonnen.

Als das Wasser kam, war schnelles Handeln gefragt. Am vergangenen Wochenende ist Unterburg bereits zum zweiten Mal binnen weniger Wochen von einem starken Unwetter heimgesucht worden. Doch während der Stadtteil im Schatten von Schloss Burg Ende Mai den Kampf gegen das Hochwasser noch gewonnen hatte, ließen sich in der Nacht zum vergangenen Sonntag Überschwemmungen nicht mehr verhindern. So liefen etliche Keller voll - wobei es vor allem der Hilfe der Feuerwehr sowie dem Eingreifen von Nachbarn zu verdanken war, dass ganz große Schäden ausblieben.

Dennoch will der Wupperverband, der für den Hochwasserschutz zuständig ist und zurzeit an den umfangreichsten Sicherungsmaßnahmen seit Jahrzehnten im Ort arbeitet, nicht einfach wieder zur gewohnten Tagesordnung übergehen. So sollen in Zukunft auch die kleineren Bachläufe in Burg, die in den Eschbach münden, verstärkt kontrolliert werden, um gegebenenfalls geeignete Vorkehrungen zu treffen.

Tatsächlich war am frühen Sonntagmorgen die Gefahr nämlich keineswegs vom Eschbach ausgegangen, der durch die Ortsmitte fließt und normalerweise für Hochwasser-Ärger in Unterburg sorgt. Vielmehr hatte sich der Trogbach, ein Nebenwasserlauf des Eschbachs, selbstständig gemacht und sich einen neuen Weg, auch durch Häuser in der direkten Nachbarschaft, gesucht.

Ersten Erkenntnissen der Experten zufolge waren Rohre im Oberlauf des kleinen Baches, der in Oberburg entspringt, der Wassermassen vom Wochenende nicht mehr Herr geworden. Mit der Folge, dass die Fluten schließlich bergabwärts drückten, in die Gebäude eindrangen - und zuletzt auch den Eschbach selbst aus seinem Bett steigen ließen.

"Aus diesem Grund sind unsere Kollegen der Gewässerüberwachung momentan nicht allein damit beschäftigt, den Lauf des Trogbachs wieder freizuräumen, um den Wasserdurchfluss zu gewährleisten", sagte gestern eine Sprecherin des Wupperverbandes auf Anfrage unserer Redaktion. Darüber hinaus werde der Bach in seiner Gänze selbst fortan ebenfalls im Auge behalten.

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Dabei machen die Arbeiten an der eigentlichen Baustelle für einen verbesserten Hochwasserschutz zunehmend Fortschritte. Zwar wurde die Baustelle bei den Überschwemmungen am zurückliegenden Sonntag ordentlich durcheinander gewirbelt. Beispielsweise machten sich Bretter sowie andere Materialien selbstständig und mussten zu Wochenbeginn von den Arbeitern erst einmal wieder eingesammelt werden.

Doch an den bereits fertiggestellten Bauten zum Hochwasserschutz entstanden keine Schäden. Im Gegenteil, nahe der Eschbach-Mündung in die Wupper sind die baulichen Maßnahmen mittlerweile deutlich erkennbar. Beispielsweise in Gestalt der neuen Stützmauer, an der die Arbeiten fast beendet sind und die mit ihren hellbraunen Natursteinen einen Eindruck vom zukünftigen Aussehen des Stadtteils vermittelt.

Gleichzeitig haben die Technischen Betriebe Solingen (TBS) begonnen, einige hundert Meter weiter die Eschbachstraße zu reparieren. "Der Belag ist inzwischen abgefräst", sagte der zuständige TBS-Abteilungsleiter Karsten Ditscheid am Dienstag. Die Straßenerneuerung ist notwendig, um jene Schäden zu beseitigen, die bei den Hochwasserschutz-Maßnahmen durch die schweren Baugeräte entstanden waren.

Die dazu nötige Vollsperrung der Eschbachstraße besteht bis Mitte Juli. Oberburg kann in dieser Zeit über die ab Krahenhöhe ausgeschilderten Umleitungen beziehungsweise über die Seilbahn erreicht werden. Die augenblicklich laufenden Straßenarbeiten sind nicht zu verwechseln mit den zu einem späteren Zeitpunkt geplanten Umgestaltungen in der Ortsmitte von Unterburg.

(or)
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