Solingen: Lange Warteliste für Wohnungen

Solingen: Lange Warteliste für Wohnungen

Der Beamtenwohnungsbauverein hat auch im vergangenen Jahr ein gutes Geschäftsjahr erlebt. Die 1221 Mitglieder bekommen gleichwohl keine Dividende. Vielmehr wird weiter die Rücklage und die Eigenkapitalquote gestärkt.

Der Beamtenwohnungsbauverein hat auch 2017 ein außerordentlich gutes Geschäftsjahr erlebt. "Wie in den Jahren zuvor", erklärt Geschäftsführerin und Vorstandsvorsitzende Karin Spiewak-Berg. Positiv wirke sich der Kapitalmarkt aus. "Wir haben beispielsweise ein Darlehen in Höhe von 2,7 Millionen Euro innerhalb von neun Jahren zurückgezahlt und Tilgungen mit über zehn Prozent vorgenommen", sagt Spiewak-Berg.

Kommenden Montag, 18. Juni, sind die Mitglieder der Genossenschaft um 19 Uhr zur Versammlung in den Veranstaltungssaal der Stadt-Sparkasse an der Kölner Straße eingeladen. Hier wird der Geschäftsbericht 2017 erläutert. Erzielt wurde ein Jahresüberschuss in Höhe von 615.000 Euro, als Bilanzgewinn wird eine Summe von knapp 19.000 Euro ausgewiesen. "Die Eigenkapitalquote der Genossenschaft beträgt knapp 40 Prozent", sagt Lars Diederich, der beim Beamtenwohnungsbauverein für Finanzen und Personal zuständig ist. Spiewak-Berg ergänzt: "Damit haben wir unser Eigenkapital in den vergangenen 17 Jahren verdreifacht."

Eine Dividende wird gleichwohl an die 1221 Mitglieder nicht gezahlt. Stattdessen fließt das Geld in die Rücklage. Insgesamt bewirtschaftet die Genossenschaft 190 Häuser mit 814 Wohnungen. 14 neue Wohnungen entstanden zwischen 2015 und 2017 in Eigenregie und einer Investitionssumme von 2,8 Millionen Euro an der Bismarckstraße in unmittelbarer Nähe zur Freiwilligen Feuerwehr Böckerhof.

Das sogenannte "Bismarckpalais" war bereits vor Fertigstellung komplett vermietet. Kleinere Restarbeiten an den Außenanlagen müssen hier noch erledigt werden. Auch drei Vorderhäuser im Altbestand werden zurzeit umfangreich modernisiert. "Ebenfalls mit eigenen Handwerkern", sagen Spiewak-Berg und Diederich. Alt und neu würden an der Bismarckstraße eine "harmonische Einheit" bilden. Ohnehin sind die Wohnungen des Beamtenwohnungsbauvereins sehr begehrt. Bei einer modernisierungsbedingten Leerstandsquote von lediglich 1,1 Prozent gibt es eine lange Warteliste. "Unsere Wohnungen sind beliebt", sagt die Vorstandsvorsitzende. "Wir könnten über 100 Wohnungen mehr vermieten", erläutert Lars Diederich.

  • Solingen : Bismarckpalais komplett vermietet

Allerdings verfügt die Genossenschaft derzeit über keine unbebauten Grundstücke mehr. "Wir würden kaufen, wenn etwas Vernünftiges zu finden ist. Oder aber wir verdichten Wohnbebauung", sagt Spiewak-Berg. Beispielsweise würde sich dazu Gelegenheit am Nachtigallenweg ergeben. Hier soll umfangreich saniert und Dachbereiche aufgestockt werden, um so mehr Wohnfläche zu schaffen. "Mit dem ersten Haus wollen wir noch in diesem Jahr beginnen", kündigt Karin Spiewak-Berg an.

Modernisierung und Instandhaltung wurden im vergangenen Geschäftsjahr weiter vorangetrieben. Zusammen wurden hier 2,2 Millionen Euro investiert. Die durchschnittliche Kaltmiete pro Quadratmeter lag vergangenes Jahr bei 5,31 Euro. Zu Beginn des neuen Jahres wurde indes eine Mieterhöhung verfügt, die durchschnittliche Kaltmiete liegt nun bei 5,66 Euro je Quadratmeter. Im neuen Bismarckpalais liegt der Mietzins allerdings bei zehn Euro warm. "Der Mietpreisspiegel hat sich verändert, und es gab Kostenerhöhungen", begründet Spiewak-Berg die Anhebung. Außerdem habe es vier Jahre keine Mietanpassungen gegeben.

Bei der Mitgliederversammlung am Montag stehen auch Wahlen zum Aufsichtsrat an. Zwei Mitglieder des sechsköpfigen Gremiums - der Künstler Sascha Reichert und der Statiker Hubert Rose - stellen sich hier zur Wiederwahl.

(uwv)
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