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Galileum Solingen steht vor der Generalprobe

Neues Planetarium : Sternenhimmel im Galileum kommt im April

Der Bau der neuen Sternwarte mit angeschlossenem Planetarium macht immer weitere Fortschritte. Demnächst wird in den USA die Projektionskuppel verschifft. Diese soll im April eingebaut werden. Der Eröffnungstermin im Juli steht.

Die Rauch- sowie Brandschutztüren sind mittlerweile fast in Gänze eingebaut, so dass demnächst wohl die technische Abnahme erfolgen kann. Parallel steht die Vergabe für die Arbeiten am Außenbereich unmittelbar bevor. Und auch sonst befinden sich die Handwerker beziehungsweise Techniker auf der Großbaustelle für das Galileum in Ohligs längst auf der Zielgeraden. Wobei die Feuertaufe der neuen Solinger Sternwarte mit angeschlossenem Planetarium nicht erst am Tag der offiziellen Eröffnung Anfang Juli, sondern schon früher wartet.

Anfang April treffen sich die Mitglieder der Walter-Horn-Gesellschaft zu ihrer diesjährigen Jahreshauptversammlung, die zum ersten Mal in dem neuen Domizil am Walter-Horn-Weg stattfinden soll. „In diesem Rahmen wird dann die zukünftige Betreibergesellschaft aus der Taufe gehoben“, schilderte der Geschäftsführer der Walter Horn-Gesellschaft, Dr. Frank Lungenstraß, am Dienstag einen Teil der Tagesordnung, die ansonsten wohl ganz im Zeichen der bevorstehenden Veränderungen stehen dürfte.

Denn tatsächlich rückt die Inbetriebnahme des Galileums am 5. Juli immer näher. Was inzwischen auch auf der Baustelle kaum mehr zu übersehen ist. Große Teile des Mobiliars wurden bereits Ende vergangenen Jahres vom alten Standort an der Sternstraße nach Ohligs-Ost gebracht. Und zudem wird demnächst im fernen Amerika ein Schiff in See stechen, mit dem die neue Projektionskuppel des Planetariums aus den USA nach Solingen transportiert wird.

„Der Einbau könnte ab Anfang April erfolgen“, sagte Frank Lungenstraß. Der Geschäftsführer zeigte sich zuversichtlich, wonach die Kuppel nach der Eröffnung gewiss zu einer der Hauptattraktionen bei den Besuchern des Galileums avancieren werde. Der Grund: In die Halbkugel mit einem Durchmesser von zwölf Metern sind Tausende von kleinen, 1,8 Millimeter großen Löchern eingelassen, aus denen später künstliche Sterne erstrahlen und so im einstigen Kugelgasbehälter der Stadtwerke eine nahezu perfekte Illusion des Sternenhimmels vermitteln werde.

Gleichwohl ist es mit der Montage der Projektionskuppel noch nicht getan. Für die Zeit nach Ostern, also ungefähr Ende April, wird nämlich die Ankunft des Projektors erwartet, der wiederum aus Japan kommt und ebenfalls in Solingen eingebaut werden muss.

Insgesamt sind die Verantwortlichen der Walter-Horn-Gesellschaft davon überzeugt, das selbst gesteckte Ziel einzuhalten, am ersten Juli-Wochenende definitiv zu eröffnen. Darum gingen zuletzt schon die Einladungen raus. „Wir liegen nach wie vor sehr gut in der Zeit“, versicherte Frank Lungenstraß, der sich in dieser Woche überdies bekannt gab, dass auch auf der finanziellen Seite des Projekts weitere Fortschritte erzielt werden konnten.

Augenblicklich beläuft sich die Summe, die noch aus Spenden oder aus Sponsoring aufzubringen ist, auf rund 500.000 Euro. „Darum wären wir dankbar, wenn wir zusätzlich zwei oder drei größere Spender finden“, sagte Lungenstraß, der sich parallel optimistisch gab, die benötigten Gelder bereits bald zu akquirieren.

Die Gesamtkosten für den Bau des Galileums belaufen sich auf eine Summe von mehr als 7,5 Millionen Euro. Der Löwenanteil davon, ungefähr knapp fünf Millionen Euro, stammt aus Mitteln der Städtebauförderung des Landes Nordrhein-Westfalen. Den Rest der Kosten hat die Walter-Horn-Gesellschaft mittels Spenden und anderen Sponsoring-Einnahmen aufzubringen.

Zur letztgenannten Einnahmequelle gehören beispielsweise Patenschaften für die Bestuhlung des Planetariums, die ihrerseits in den nächsten Wochen beziehungsweise in den nächsten Monaten eingebaut wird. „Die Stühle sind bestellt“, sagte Frank Lungenstraß. 84 Stühle stehen zur Verfügung, 58 dieser Sitzplätze können noch von Spendern und Sponsoren erworben werden (siehe nebenstehenden Info-Kasten).

Die Geldgeber der Stühle dürfen die genaue Position „ihres persönlichen“ Sessels innerhalb des Planetariums auswählen. Darüber hinaus werden die Sitzgelegenheiten mit dem Namenszug des jeweiligen Spenders versehen. Und dieser bekommt ferner eine eigene Urkunde über die Spende ausgehändigt und erhält zugleich bei einem Besuch des neu eröffneten Galileums freien Eintritt.