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Solingen: 50 Brücken in Waldgebieten werden erneuert

Preiswerter Neubau : Alte Holzbrücken werden ausgetauscht

Die Jugendhilfe-Werkstatt baut Standardbrücken, die beim Austausch maroder Holzbrücken zum Einsatz kommen.

Der Baverter Bach nahe von Schloss Caspersbroich kann zurzeit aufgrund des niedrigen Wasserstandes bequem über Steine im Bachbett überquert werden, um trockenen Fußes das andere Ufer zu erreichen. Doch das ist nicht jedermanns Sache. Von daher wurde am Dienstag die zuvor als marode eingestufe Brücke durch eine neue ersetzt.

Sechs Meter lang und knapp zwei Meter breit ist die neue Brücke, sie ruht auf Stahlträgern. Holzbohlen und ein Holzgeländer ermöglichen Fußgängern, Radfahrern, selbst Pferden samt Reitern den sichern Übergang des Baverter Bachs, der wenige Meter weiter in die Itter mündet. „Rein funktional“, sagt Peter Vorkotter, der kommissarische Leiter des Stadtdienstes Umwelt und Natur, mit Blick auf die Brücke, „und sie passt sich auch gut in die Landschaft ein“.

Und sie ist relativ preiswert. Rund 15.000 Euro kostet die Brücke, die Hälfte davon zahlt das Land NRW. Solingen, Hilden und der Zweckverband Ittertal arbeiten beim Brückenschlag im Ohligser Waldgebiet Hand in Hand. Während die Brücke über den Baverter Bach noch eine niedersächsische Firma gebaut hat, sollen künftige Brücken von der Jugendhilfe-Werkstatt an der Brucknerstraße in Wald gebaut werden. „Die Brücken bestehen aus Modulbauweise. Wenn etwas repariert werden muss, kann man Teile schnell auswechseln“, sagt Peter Vorkötter. Gleich drei Wanderwege – Klingenpfad, Neandertalsteig und der Wanderweg rund um Wald – kreuzen die Baverter Brücke. Da Solingen auch ein Wanderparadies und von zahlreichen Bachtälern durchzogen ist, führen viele Wege über Bachläufe.

Der Stadtdienst Natur und Umwelt unterhält von daher rund 50 Holzbrücken. Bachquerungen war früher häufig verrohrt, seit einigen Jahren wird jedoch auf Holzbrücken gesetzt – auch aus Umweltschutzgründen. „Etliche Brücken, rund ein Drittel, müssen aber nun erneuert werden“, sagt Revierförster Michael Conrads.

Dafür wurde eine Standardbrücke entwickelt, die zukünftig überall Verwendung finden soll. „Wir wollen uns jeweils zwei Brücken im Jahr vornehmen und diese erneuern“, kündigt Peter Vorkötter an.

Finanziell unterstützt wird der Brückenaustausch vom Land. Allerdings sind nicht die Städte berechtigt, Fördermittel zu beantragen. Vielmehr obliegt es den Zweckverbänden Ittertal und Naturpark Bergisch Land, für auf Solinger Stadtgebiet liegende Brücken Fördermittel zu akquirieren – und zu erhalten.

Denn neben dem Baverter Bach wird nun auch vom Zweckverband Ittertal eine Brücke im Pilghauser Bachtal bei Untenpilghausen ersetzt. Der Zweckverband Naturpark Bergisch Land kümmert sich hingegen um eine neue Brücke am Hammersbach unterhalb der Sengbachtalsperre.

Fördermittel vom Land gibt es auch für die Erneuerung der Strohner Brücke. Die ist seit Mitte 2016 für Fußgänger, Radfahrer und Pferde gesperrt. In diesem Frühjahr soll der Abriss der maroden Wupperquerung nahe des Tierheims erfolgen. Der kostet rund 165.000 Euro, die Kosten übernehmen die Stadtwerke Solingen als Alteigentümer. Für dieses Geld könnte die Jugendhilfewerkstatt theoretisch elf Holzbrücken à la Baverter Bach bauen.