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Weniger Touristen in Solingen

Rückgang der Übernachtungszahlen : Weniger Touristen in der Klingenstadt

2018 kamen nur 53.171 Gäste in die Solinger Hotels. Das sind fast acht Prozent weniger als 2017.

Die Gästeankünfte und Übernachtungszahlen in den Hotels im Bergischen und insbesondere in Solingen sind im vergangenen Jahr beileibe nicht auf Rekordhöhe. Zwar konnte für Solingen, Remscheid und Wuppertal bei den Gästeankünften über das Jahr 2018 hinweg mit einem kleinen Plus von 1,2 Prozent noch eine positive Zahl (363.042) erreicht werden, doch die Gästeübernachtungen (813.738) lagen mit 0,4 Prozent im Minus. „Wir sind mit den Zahlen nicht glücklich, insbesondere die Zahl der ausländischen Besucher ist in allen drei bergischen Großstädten extrem weggebrochen“, sagt Holger Piwowar, Geschäftsführer Bergisches Land Tourismus Marketing.

Denn ins Städtedreieck kamen lediglich 56.731 ausländische Gäste, das ist ein Minus von 12,2 Prozent. Die Zahl der Übernachtungen der ausländischen Gäste sackte um 12,5 Prozent auf 108.140 ab.

Insbesondere in Solingen sind die Zahlen enttäuschend. 2018 wurden in den Hotels mit mindestens zehn Betten nur 53.171 Gäste begrüßt. Ein Jahr zuvor waren es noch 57.664. 13.999 Gäste aus dem Ausland (-16,2 Prozent) kamen im vergangenen Jahr nach Solingen, an Übernachtungen wurden 99.161 gezählt (-14,3 Prozent). Bei den ausländischen Hotelbesuchern ging die Zahl der Übernachtungen um 18,6 Prozent auf 15.531 zurück. „Das ist gravierend“, sagt Holger Piwowar mit Blick auf die Zahlen aus der Klingenstadt.

Erklärungen, warum die Zahlen der Hotelbesucher und die der Übernachtungen zurückgingen, sind nicht einfach. „Das hängt auch mit großen Messen im Umland zusammen. Fallen die weg, bleiben auch Hotelgäste aus“, erklärt Piwowar.

 Nach der Jugendherberge Gräfrath wurde 2018 auch die Jugendherberge Burg geschlossen.
Nach der Jugendherberge Gräfrath wurde 2018 auch die Jugendherberge Burg geschlossen. Foto: Hogekamp, Lena (hoge)

Im vergangenen Jahr wurde insbesondere der niederländische Markt beworben. 6819 Gästeankünfte aus dem Nachbarland kamen ins Bergische – 0,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Übernachtungen stieg immerhin um 1,2 Prozent auf 11.409. „Dagegen schauen wir auf Minusraten von Besuchern und Übernachtungen aus Frankreich und Belgien sowie aus China“, sagt Piwowar.

Die Meldebögen in den Hotels geben allerdings keinen Anhaltspunkt dafür, ob jemand als Tourist kommt oder geschäftlich unterwegs ist. „2009 hatten wird 626.000 Gästeübernachtungen, 2017 waren es dann 857.000“, sagt der Geschäftsführer Bergisches Land Tourismus Marketing. 2018 waren es nun 813.000 Übernachtungen. Für Solingen kommt laut Piwowar auch hinzu, „dass die beiden Jugendherbergen geschlossen sind. „In guten Jahren sorgten die Herbergen in Gräfrath und in Burg zusammen allein für 30.000 Übernachtungen. Das ging mit in die Statistik hinein“, erläutert Holger Piwowar. Dabei rühren er und seine Kollegin Sylke Lukas kräftig die Werbetrommel für Solingen beziehungsweise die Tourismusregion Bergisches Land, wenn auch mit relativ bescheidenen Mitteln. Erst am Sonntag kam Sylke Lukas von der Messe Reise + Camping aus Essen zurück: „Unsere Flyer wurden stark nachgefragt“, sagt Lukas, „die Messe war trotz des sehr schönen Wetters gut besucht.“ Vor allem Fahrradfahrer und Wanderer ziehe es ins Bergische. „Über die Trassen lässt sich sehr gut radeln“, weiß Sylke Lukas. In Essen wurden Endverbraucher direkt angesprochen, viele davon kommen aber meist lediglich für einen Tag ins Bergische.

Was für die Hotelbetreiber nicht optimal ist. Bricht dann eine der Hauptattraktionen weg, wie beispielsweise aktuell die Wuppertaler Schwebebahn beziehungsweise die Fahrten im Kaiserwagen, lassen die potenziellen Touristen das Bergische Land links liegen „oder verschieben die Reise ins nächste Jahr“, so Holger Piwowar. Denn die Touristen wollen, wenn sie kommen, möglichst alle Attraktionen besuchen. Dazu zählen in Solingen auch Schloss Burg und die Müngstener Brücke.