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Solingen: Ein Mann der Gerechtigkeit

Solingen : Ein Mann der Gerechtigkeit

Herbert Gerbig hat vom Bundespräsidenten das Bundesverdienstkreuz verliehen bekommen. Gestern überreichte Oberbürgermeister Norbert Feith dem Ohligser Schiedsmann die Auszeichnung. Gerbig engagiert sich politisch und ehrenamtlich.

Gewiss, all die lobenden Worte, Geschenke und Blumensträuße gingen Herbert Gerbig ans Herz. Doch als er sich dann bei den Freunden und Kollegen im festlichen Sitzungssaal 102 im Rathaus bedankte, dachte er zuerst an seine Frau Dagmar Gerbig. "Normalerweise müsste sie die Auszeichnung bekommen", dankte er ihr, stets an seiner Seite gestanden zu sein.

Der Ohligser Herbert Gerbig ist Mitglied des Stadtrates. Er leitet die "Arbeitsgemeinschaft 60plus" der SPD. Als Vorsitzender des Seniorenbeirates setzt er sich über Parteigrenzen hinweg für die Belange einer alternden Gesellschaft ein. Den Skatclub der Awo hat er ebenfalls ins Leben gerufen. Überhaupt engagiert er sich für die Arbeiterwohlfahrt seit 20 Jahren; und er hat nun den Vorsitz der Ortsvereine von Ohligs und Wald übernommen.

Doch vor allem ist Herbert Gerbig Schiedsmann. Ihm überreichte Oberbürgermeister Norbert Feith gestern im Sitzungssaal 102 des Rathauses das Bundesverdienstkreuz. Gäste der Feierstunde waren unter anderem der Awo-Vorsitzende Heinz Schreiber, die SPD-Partei- beziehungsweise Fraktionsvorsitzenden Josef Neumann und Ernst Lauterjung sowie die Spitzen des Bundes der Schiedsleute.

Herbert Gerbig sei einer, der das Bundesverdienstkreuz verdient habe, lobte Lauterjung das Engagement seines Parteifreundes. Stets habe man sich auf seine Zuverlässigkeit verlassen können.

"Die Arbeit macht mir sehr viel Spaß." Auch in Zukunft will er dies so fortführen, sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Als 42-jähriger Starkstrom-Elektriker hatte er 1988 bei einem schweren, unverschuldeten Arbeitsunfall seinen rechten Arm verloren. Nach langer, schwerer Genesungszeit wurde er schließlich Frührentner; und er ergriff sogleich die Initiative. "Ich habe angefangen, mich ehrenamtlich zu engagieren. Dann ist ein Stück zum anderen gekommen", erzählt er.

Begonnen hat sein Einsatz fürs Gemeinwohl freilich mit dem des Schiedsamtes. Oberbürgermeister Norbert Feith lobt Herbert Gerbig denn auch als einem Mann der "ausgleichenden Gerechtigkeit". Er habe in seinen Schiedsterminen großen Wert darauf gelegt, dass sich anschließend niemand als Verlierer fühlen müsse und ein friedliches Zusammenleben unter Nachbarn in der Folgezeit möglich werde.

Seit 22 Jahren ist Herbert Gerbig Schiedsmann in Ohligs. Er arbeitete im Vorstand der Bezirksvereinigung des Bundes Deutscher Schiedsleute (BDS) mit — und er ist seit acht Jahren Vorsitzender der BDS-Bezirksvereinigung.

Nach den Worten von Oberbürgermeister Feith hat Herbert Gerbig nach seinem schweren Arbeitsunfall die neuen Umstände angenommen und seinem Leben eine neue Richtung gegeben. Dabei habe er seine Talente genutzt: Seine Bereitschaft zuzuhören, nicht vorschnell zu urteilen, aber dennoch Position zu beziehen und zielorientiert zu arbeiten.

(RP/rl)