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Solingen: Täter sind fast noch Kinder

Solingen : Täter sind fast noch Kinder

Ein 14-jähriges Mädchen aus Solingen und zwei Jungen im Alter von 15 und 16 Jahren aus Solingen und Leichlingen sind von der Polizei als mutmaßliche Täter des besonders brutalen Überfalls auf einen 24-Jährigen am Freitag, 8. Juni, im Walder Stadtpark ermittelt worden. Für alle drei Jugendlichen ist es nicht das erste Mal, dass sie straffällig wurden.

Bilder aus der Überwachungskamera eines Kreditinstitutes, bei dem die Jugendlichen mit der dem Opfer geraubten Geldkarte versuchten, Geld abzuheben, brachte die Ermittler schließlich auf die Spur der Täter, die fast noch Kinder sind. Dennoch gingen sie überaus brutal vor bei dem nächtlichen Überfall. Dem Opfer wurden alle Schneidezähne ausgeschlagen, mit einer Glasflasche hatten die Täter ihrem alkoholisierten Opfer mehrfach ins Gesicht geschlagen.

"Das ist schon ein besonderer Ausreißer, was das Alter der Täter angeht", sagt Wolf Tilman Baumert von der Wuppertaler Staatsanwaltschaft zu der Tatsache, dass die Täter noch so jung sind. Dass ein Mädchen dabei war, überrascht die Ermittler hingegen weniger. In diesem Fall, so Baumert, war die 14-Jährige jedoch den bisherigen Erkenntnissen nach nicht an der Misshandlung des 24-Jährigen beteiligt. Sie soll dem am Ende wehrlosen Opfer die Brieftasche aus der Hose gezogen haben. Nicht geklärt werden kann wohl, ob die drei Täter wie auch ihr Opfer unter Alkoholeinfluss standen, da sie ja erst einige Tage nach dem Überfall ermittelt werden konnten. Ein 23-Jähriger, der unmittelbar nach der Tat in Verdacht geraten war, erwies sich als unschuldig.

Die beiden bereits in der vergangenen Woche auf Antrag der Staatsanwaltschaft in Untersuchungshaft geschickten Jugendlichen erklärten bei ihren Vernehmungen, sie, wie auch die 14-jährige Mittäterin, hätten Alkohol getrunken und auch noch dabeigehabt, als sie in der Tatnacht in einem Linienbus auf ihr späteres Opfer trafen. Alle vier waren dann in Wald ausgestiegen und gemeinsam in den Stadtpark gegangen. Was der 24-Jährige dann kurz vor 2 Uhr in der Nacht erlebte, ist an Brutalität schwer zu übertreffen. "Aggressives Verhalten bei jungen Leuten kommt zwar immer wieder vor, doch dieser Fall ist schon sehr ungewöhnlich", sagt Polizeisprecherin Anja Meis.

Alle Tatverdächtigen, denen im Fall einer Verurteilung Jugendstrafen wegen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung drohen, sind keine Ersttäter. Laut Polizeisprecherin Meis sind sie vorbelastet unter anderem wegen Sachbeschädigung, Ladendiebstahl und Körperverletzung.

Nach dem Überfall hatte sich das Opfer, dem neben der Geldkarte auch ein Handy, Geld und Ausweispapiere geraubt worden waren, trotz seiner schweren Verletzungen bis zur nahe gelegenen Walder Feuerwache am Frankfurter Damm schleppen können. Die diensthabenden Beamten versorgten den jungen Mann und verständigten umgehend die Polizei.

(RP/rl/jco)