Rommerskirchen: Maternus-Bürgerschützen stellen sich an der Spitze neu auf

Brauchtum in Rommerskirchen-Sinsteden : Maternus-Bürgerschützen stellen sich an der Spitze neu auf

Eigentlich wollte der Bürgerschützenverein darüber entscheiden, wie es künftig mit dem Sinstedener Schützenfest weitergehen soll. Als die Diskussion hierüber ins Stocken geriet, gaben sich die Schützen eine neue Führungsstruktur.

Eigentlich wollte der St.-Maternus-Bürgerschützenverein bei seiner außerordentlichen Mitgliederversammlung darüber entscheiden, wie es künftig mit dem Sinstedener Schützenfest weitergehen soll. Als die Diskussion hierüber ins Stocken geriet, gaben sich die Schützen per eilends verabschiedeter Satzungsänderung eine neue Führungsstruktur, die weithin in der Umgebung ihresgleichen suchen dürfte.

Demnach übernehmen die vier noch aktiven Züge  die Geschäftsfelder des bisherigen Vorstands. Konkret sieht dies so aus, dass das Tambourkorps den Vorsitzenden und die Schriftführung stellen wird. Der 1. Marinezug kümmert sich um die Geschäftsführung, während die „Sinster Jonge“ sich um die Finanzen kümmern sollen.  Kein Amt übernimmt der Marinezug „Gorch Fock“, dem auch der bisherige Präsident Peter-Josef Möhlen angehört. In den vergangenen zehn Jahre habe der Marinezug fast alle Vorstandsämter inne gehabt, begründete Nobert Lugt den Verzicht auf eine weitere Mitwirkung in der Vereinsführung.

Vorgestellt hatte das neue Modell Peter Josef Möhlens Amtsvorgänger Karl-Otto Bienert. Demnach werden die Züge intern die jeweiligen Positionen vergeben. Neuer Präsident der St. Maternus-Bürgerschützen soll dem Vernehmen nach Christoph Papke werden. Bienert hatte schon vorab angekündigt, das Amt nicht anzustreben. Entschieden wurde über die konkrete Aufgabenverteilung zwischen den Zügen per Los, da sich keiner der Züge für eines der Aufgabenfelder bewerben mochte.

„Ich habe mir die Sache wesentlich einfacher vorgestellt“, kommentierte Wahlleiter Josef Klasen den turbulenten Verlauf des Treffens in der Alten Schule, an dem 44 Mitglieder teilnahmen. Deren Abstimmungsverhalten konfrontiert die neue Vereinsführung mit einer durchaus widersprüchlichen Gemengelage: Zuvor hatte sich nämlich eine Mehrheit für den Vorschlag eines eigens eingesetzten Komitees entschieden, das Schützenfest an drei und nicht nur an zwei Tagen zu feiern.  Was den Vorstellungen von Karl-Otto Bienert durchaus zuwider läuft, befürwortet der doch eigentlich eine Auflösung des Schützenvereins in seiner bisherigen Form: Statt eines Schützenfests solle vielmehr ein Dorffest gefeiert werden, hatte Bienert schon vor einigen Wochen vorgeschlagen.

Auch wenn nun ein Beschluss auf dem Tisch liegt, künftig an drei Tagen zu feiern – womöglich von freitags bis sonntags – bleibt die Zukunft des Schützenfests bis auf weiteres offen. Vor einer endgültigen Entscheidung wollen die für die Finanzen zuständigen „Sinster Jonge“  ein Gespräch mit Zeltverleiher Georg Späth führen. „Wir freuen uns darauf, wie es weitergeht“, kommentierte der seit 2008 amtierende Präsident Peter Josef-Möhlen, der zuvor sieben Jahre Vizepräsident war, das Ergebnis.  „Ein wenig schade“ findet es Möhlen, dass bei der Neuregelung „ein älteres Vorstandsmitglied wie  der bisherige zweite Kassierer Peter Hirtz, der  gerne weiter gemacht hätte, bei dieser Regelung nicht mehr im Rennen ist, da sein Zug aus Altersgründen eigentlich nicht mehr aktiv existiert und somit nicht für die Verteilung von ,Geschäftsfeldern“ zur Verfügung steht.’

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