Rommerskirchen: Feldhamster wird wieder angesiedelt

Natur in Rommerskirchen : 60 Feldhamster werden in Butzheim ausgewildert

Nager-Populationen sollen wieder stabilisiert werden. Das wurde im Rat mitgeteilt.

So ändern sich die Zeiten: 2007 waren bei einer Erhebung im Butzheimer Bruch noch rund 300 Feldhamsterbauten gezählt worden, zehn Jahre später fand sich keine einzige Behausung mehr. Doch die unter Artenschutz stehenden Nager kehren nach Rommerskirchen zurück. Hintergrund ist das Artenschutzprojekt „Feldhamster NRW“, bei dem das Land die Tiere nachzüchtet, um sie vor dem Aussterben zu bewahren. Mitte September sollen etwa 60 der Hamster auf einer 4,4 Hektar großen Fläche östlich von Butzheim ausgewildert werden, damit sich der Feldhamster dort dauerhaft wieder ansiedelt. Das wurde in der Ratssitzung am Donnerstagabend bekannt gegeben.

Und während die Hamster 2007 von manchem womöglich als lästiges Hindernis betrachtet wurden – immerhin machte deren Vorkommen seinerzeit die Verlegung der Trasse für die B 477n notwendig –, so wurde nun die Nachricht von deren Rückkehr nicht nur von den Rommerskirchener Ratsmitgliedern positiv aufgenommen. Auch die Landwirte, die die Felder im für die Auswilderung ins Auge gefassten Bereich bewirtschaften und die laut Gemeinde schon im April über die Pläne informiert worden waren, scheinen zufrieden zu sein. Denn für die von ihnen für das Hamsterprojekt zur Verfügung gestellten Flächen gibt es Ausgleichszahlungen, wie Planungsamtsleiter Carsten Friedrich in der Sitzung berichtete.

Dass die Nager zwischenzeitlich praktisch aus Rommerskirchen verschwunden waren, führen Experten wie Michael Stevens von der Biologischen Station Knechtsteden auf veränderte Umweltbedingungen zurück. Zum Beispiel auf das frühere Ernten und Dreschen von Getreide. Wenn es kein Ausfallgetreide gibt und nicht mal mehr Stoppeln auf den Feldern stehen, fehlt den Hamstern der Schutz vor natürlichen Feinden. „Der Feldhamster ist dann zum Beispiel Greifvögeln gegenüber ohne Deckung ausgeliefert. Für die ist er wie ein Stück Schwarzwälder Kirsch in der Auslage“, hatte Stevens im vergangenen Jahr im Gespräch mit unserer Redaktion gesagt.

Nun werden die Voraussetzungen besser sein. Rommerskirchens Bürgermeister Martin Mertens teilte in einer Informationsunterlage für den Rat mit, dass zum Schutz vor Füchsen, Mardern, Freigänger-Katzen etc. von April bis Oktober ein mobiler Elektrozaun um die Hamsterareale gebaut werden soll.

Das Neuansiedlungsprojekt ist zunächst auf fünf bis zehn Jahre festgelegt worden. Die Entwicklung der Feldhamsterpopulation soll dabei aufmerksam verfolgt werden.

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