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Vielfalt in der Gärtnerei Rosalie in Alpen: Tomaten liegen voll im Trend

Landwirtschaft in Alpen : Einige Tomaten schmecken nach Melone

Barbara Sensen hat in ihrer Drüpter Gärtnerei Rosalie rund 50 unterschiedliche Tomaten-Sorten präsentiert. Sie verkauft auch Samen. Die Frucht liegt im Trend, weil sie gut schmeckt und selbst auf dem kleinsten Balkon wächst.

Beim zweiten Tomatenfest in der Drüpter Gärtnerei ‚Rosalie‘ von Barbara Sensen an der Römerstraße drehte sich alles um die Vielfalt der roten Frucht. Schnell wurde den Gästen klar: Eine Tomate ist nicht eine schnöde Tomate, sondern besticht durch Vielfalt. In Form, Farbe und Geschmack. 6000 Arten gibt es weltweit. Auf einem Tisch präsentierte sie allein rund 50 erntereife kleine und große Exemplare wie Sunrise Bumble Bee, Barry Crazy Cherry oder einfach die Weiße Schönheit. Geflammt, gestreift oder uni rot, orange oder gelb, die Tomate überzeugt. Auch im Geschmack. „Manche schmecken sogar nach Melone“, so die Gastgeberin.

Fachsimpeln und der Austausch von Tipps bestimmten die Gespräche. Längst hat sich auch der Gesundheitsfaktor und die wissenschaftlich belegte krebsvorbeugende Eigenschaft herumgesprochen. Der Pflanzenstoff Lycoptin, zuständig für die rote Tomatenfarbe, ist dafür verantwortlich, dass die Tomate als gesundheitsfördernd gilt.

„Wir haben kein gutes Tomatenjahr. Kraut- und Braunfäule machten den Pflanzen zu schaffen. Dann noch der Temperaturwechsel von kalt, heiß und sehr feucht“, so die Fachfrau. „Die Blätter der Pflanzen müssen trocken sein. Ideal ist natürlich ein Gewächshaus mit Luftdurchzug“, so die Expertin, die auch Sämereien verkauft.

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„Eine schöne Tomate für meinen Enkel“, wünschte sich ein Besucher und dazu Gelinggarantie. Sämereien entnimmt Barbara Sensen ihrem Saatenkoffer. Sie ist in ihrem Element, wenn sie Sorten empfiehlt, für den geschützten Balkon oder das Gewächshaus. Im Angebot hat sie neben neuen Sorten diesmal Chili und Paprika in allen Schärfegraden. Auberginen waren noch nicht reif. Anders als geplant, hat sie pandemiebedingt auf eine Verkostung verzichtet. Bei der Premeire vor zwei Jahren bot sie noch Kostproben an.

„Ich bin ja schon froh, in diesem Jahr meine Tomatenernte und die Sämereien anbieten zu können“, so die Fachfrau. Die Lust, eigene Tomaten anzubauen und zu ernten, ist konstant geblieben, hat in Coronazeiten sogar noch zugelegt. Vor allem die alten aromareichen Tomaten haben es vielen Hobby-Gärtnern angetan. Gerade hat die Alpenerin in der Essener Gruga den Herbst-Raritätenpflanzenmarkt als Ausstellerin erlebt. „Ich wurde richtig umlagert. Das Interesse ist sehr groß, weil Industrietomaten nicht schmecken, da sie meist auf Nährstofflösung wachsen“, erzählt sie.

Die Frucht der Azteken sorgt für Erfolgsmomente, da sie in Kästen und Kübeln selbst auf kleinen Balkons nach acht Wochen schon geerntet werden kann. Sei früher Tomatenanbau eine männliche Domäne gewesen, hätten längst Frauen und junge Familien die Frucht für sich entdeckt. „Weil ihnen das eigene Gemüse einfach besser schmeckt“, so Sensen. Sie mag am liebsten Tomatensalat: „Je bunter, desto besser.“

(sabi)