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APX in Xanten: Wie die Römer einst am Limes lebten

Landesausstellung im APX : Wie die Römer einst am Limes lebten

Am 30. September beginnt im APX die große Landesausstellung zu Roms fließenden Grenzen. Am 2. und 3. Oktober findet ein Limesfest statt. Dann soll auch der Parkeingang im Stadtzentrum wieder geöffnet sein.

Martin Müller und sein Team können es kaum erwarten. Der Leiter des Archäologischen Park Xanten (APX) fiebert mit seinen Mitarbeitern dem 30. September entgegen. Dann beginnt im APX die große Landesausstellung „Roms fließende Grenzen – Der Limes am Niederrhein“. Anlässlich der Eröffnung wird’s ein großes Limesfest geben. Am 2. und 3. Oktober stellen rund 150 Akteure in historischen Gewändern ihr Können unter Beweis.

Über 400 Jahre lang war der Rhein Grenze und Hauptverkehrsader der Römer. Er markierte das äußere Ende ihres Reichs und ermöglichte eine rasche Entwicklung der Provinzen an seinem Ufer mit zahlreichen Militärlagern und Siedlungen. Köln, Bonn sowie Xanten sind noch heute von dieser Zeit geprägt und können ein reiches römisches Erbe vorweisen.

Seit Juli 2021 steht der Niedergermanische Limes auf der Liste der Unesco-Welterbestätten. Passend dazu liegt der thematische Schwerpunkt der großen Archäologischen Landesausstellung in diesem Jahr auf der Römerzeit, genauer dem Limes. An fünf Standorten bietet sie einen vielseitigen Blick auf die römische Grenze am Rhein – und darüber hinaus. Die beteiligten Institutionen beleuchten unterschiedlichste Aspekte der antiken Grenzlinie aus römischer wie germanischer Sicht.

  • Die Arena ist nur eines der
    Dank Unesco-Titel : Täglich Hunderte Gäste mehr im APX
  • Blick in die Arena des Archäologischen
    Nach Ernennung zum Weltkulturerbe : Xanten stellt sich auf Limes-Boom ein
  • Die Überreste der Colonia Ulpia Traiana
    Archäologischer Park Xanten profitiert : Niedergermanischer Limes erhält Status als Welterbe

Vom 30. September bis 16. Oktober zeugen im APX und Römermuseum Originalfunde, moderne Rekonstruktionen und die Ergebnisse neuster Forschungen vom Leben der Menschen in den Militärlagern und Siedlungen am Rande des Imperiums. Sie erzählen vom Dienst der Soldaten, einer Schlacht bei Krefeld, aber auch dem friedlichen Zusammenleben und der Übernahme „fremder“ Lebensweisen.

Im neuen Ausstellungspavillon dreht sich nicht nur alles rund um den Limes von Nordafrika bis England, sondern es kann mit interaktiven Stationen ganz individuell die Antike entdeckt werden. Ein begehbarer Limes und verschiedene Installationen nehmen einige Orte genauer unter die Lupe und zeigen, mit welchen Techniken Fachleute den einzelnen Fundplätzen ihre Geheimnisse entlocken. Ein Highlight ist der originalgetreue Nachbau eines römischen Patrouillenschiffes im Maßstab 1:1. Zu hunderten sicherten diese Wasserfahrzeuge einst die römische Macht auf dem Rhein.

Beim Limesfest erwarten die Besucher große Exerzierübungen, Artillerieschießen und die Präsentationen der prachtvollen Reiter auf den Aktionsfeldern rund ums Römermuseum. Hier zeigen die römischen Soldaten, wie mit Disziplin und Taktik vor 2000 Jahren ein Weltreich erobert und gesichert wurde. An ihren Zelten geben sie zudem Einblicke in ihr tägliches Leben. Denn auch in den entlegensten Winkeln des Reichs wollte das römische Militär nicht auf exotische Waren und den angenehmen „Roman way of life“ verzichten.

Pünktlich zum Limes-Fest soll der Parkeingang Stadtzentrum wieder geöffnet werden. Das Passivhausgebäude, das 2015 fertiggestellt wurde, ist seit Sommer 2019 wegen eines großen Wasserschadens geschlossen. Weil es sich um eine Holzrahmenkonstruktion handelt und das Wasser auch ins Dämmmaterial eingedrungen war, sei die Sanierung sehr aufwendig gewesen, sagte Ingo Martell, Referent für Öffentlichkeitsarbeit im APX. Zudem habe die Klärung der Haftungsfrage viel Zeit gekostet.

(put)