Rheinberg: Unterschriften-Aktion gegen Messe-Pläne

Rheinberg: Unterschriften-Aktion gegen Messe-Pläne

Gegen Logistikzentrum: Bürgerinitiative Bima ist beim Stadtfest mit einem eigenen Stand vertreten.

Um die Pläne für das Gelände der Messe Niederrhein ist es ruhiger geworden. Zur Erinnerung: Die Eigentümer-Gesellschaft des Duisburger Investors Dieter Schwerin wollte das Areal verkaufen, das Langenfelder Unternehmen Logproject Development hatte seine Pläne bereits öffentlich vorgestellt. Demnach sollten die alten Hallen abgerissen und stattdessen ein Logistikzentrum mit angrenzender Gewerbenutzung gebaut werden. Dagegen setzten sich Anwohner zur Wehr, sie gründete die Bürgerinitiative Messe Annaberg (Bima).

Jetzt sind Bima-Vertreter einer Einladung in die Fraktionssitzung der Grünen gefolgt. "In dieser Runde haben wir noch einmal unsere Ablehnung zum sechsten Logistikzentrum in Rheinberg zum Ausdruck gebracht", so die Initiative, die froh ist, bei ihren Bemühungen die volle Zustimmung der Grünen zu bekommen. Alternativen zu einem Logistikzentrum seien bereits gemeinsam diskutiert und betrachtet worden. In der Fraktionssitzung wurde es als "unumgänglich" angesehen, zu diesem Thema einen runden Tisch einzuberufen, um dann mit allen Teilnehmern mögliche Lösungen für das Messeareal zu suchen. In einem von den Anwohnern Ulf und Rita Gärtner, Christian Haussner, Dagmar Müller, Achim und Ursula Schwutke unterzeichneten Schreiben heißt es, die Grünen hätten nach dem Gespräch einen entsprechenden Antrag an den Stadtentwicklungs- und Umweltausschuss gestellt. Das Gremium tagt am Mittwoch, 20. Juni, 17 Uhr, im Stadthaus (Raum 249).

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Die Bima hat sich kurzfristig entschieden, dass sie auf dem Stadtfest in Rheinberg, am Samstag und Sonntag mit einem Stand vertreten sein wird. Dort wollen die Akteure ihr entschlossenes Nein zu einem sechsten Logistikzentrum in Rheinberg zum Ausdruck zu bringen. Es sollen an beiden Tagen von 10 bis 16 Uhr Unterschriften gegen ein weiteres Logistikzentrum gesammelt werden.

Die Bima hat sich für eine Wohnbebauung auf dem heutigen Messegelände ausgesprochen. Doch das wird wohl Wunschdenken bleiben. Denn der Stadt liegt eine Stellungnahme der Bezirksregierung Düsseldorf vor, in der es um einzuhaltende Abstandsregelungen zum Chemiewerk Inovyn geht. Der Betrieb ist als Störfallbetrieb eingestuft, weil dort verschiedene, als gefährlich geltende chlorhaltige Kohlenwasserstoffe verarbeitet werden. Die Untersuchung war in Auftrag gegeben worden, weil die Aaldering-Gruppe als Eigentümerin der ehemaligen Desowag-Immobilien eine Industriehalle an der Xantener Straße (L137) in eine Veranstaltungshalle für bis zu 750 Personen umwandeln wollte. Festgestellt wurde, dass der Abstand (420 Meter) zu gering sei. Weil auch das Messegelände innerhalb dieser Schutzzone liegt, geht die Stadt davon aus, dass eine Wohnbebauung nicht möglich sei.

(up)