Rheinberg: Anwohner lehnen die Pläne für das Messe-Gelände ab

Rheinberg: Anwohner lehnen die Pläne für das Messe-Gelände ab

Die Fraktionen hatten gestern Abend im Bauausschuss ebenfalls Bedenken und fassten noch keinen Beschluss.

Flachere Hallen, ein mit 75 Metern deutlich größerer Abstand zum benachbarten Wohngebiet, ein zusätzlicher Lärmschutzwall, keine Verschattung der Anwohnergrundstücke, ausstehende Gutachten und Flächen für ein kommunales Gewerbegebiet als "Zugabe an die Stadt Rheinberg": Maik Bettentrup, geschäftsführender Gesellschafter der Langenfelder LogProject Development GmbH, gab sich gestern Abend im Bau- und Planungsausschuss alle Mühe, seine Pläne für die Entwicklung des Annaberger Messe-Geländes (wir berichteten) schmackhaft zu machen. Denn er möchte eine Tendenzentscheidung haben, ob Verwaltung und Politik seine Vorstellungen für die zukünftige Ausgestaltung des alten Reichel-Areals mittragen würden oder nicht. Andernfalls würde sein Unternehmen dem jetzigen Eigentümer Schwerin die Immobilie nicht abkaufen.

Die Fraktionen machten mehrheitlich deutlich, dass sie nicht grundsätzlich gegen den Bau eines weiteren Logistikzentrums an der Stelle seien, wo jetzt noch die alten Messehallen stehen. Allerdings sah sich gestern Abend keine Fraktion im Stande, schon einen Beschluss zu fassen. Zu viele Fragen waren noch offen.

So sagte Jochen Schmitz, dass die SPD zunächst mit den Mitgliedern der Bürgerinitiative gegen die Investorenpläne sprechen werde; ein Gespräch ist bereits für den 4. Dezember anberaumt. Schmitz: "Die Schutzwürdigkeit des Wohngebiets muss gewährleistet sein."

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Klaus Wittmann (CDU) erkundigte sich nach der Zahl der Lkw-An- und -abfahrten. Die LogProject rechnet mit rund 600 Lkw-Bewegungen pro Tag. Hans-Peter Götzen (FDP) sprach von einer "uralten Industriebrache, die nicht mehr nutzbar ist, von einem schäbigen Parkplatz und Messehallen, in die keiner mehr rein will". Deshalb sei er froh über das Nutzungskonzept der Langenfelder: "Das bringt nur Vorteile für Rheinberg." Unter anderem wichtige Gewerbesteuereinnahmen. Jürgen Bartsch (Grüne) machte deutlich, dass ein weiteres Logistikzentrum auch mehr Verkehr bedeute. Er habe Zweifel, dass man diesen Verkehr steuern könne. Klaus-Dieter Overmeyer (Linke) sprach von einer Logistikzentrums- Monokultur in Rheinberg mit Lärm, Verkehr und Luftverschmutzung.

Dieter Paus, Technischer Beigeordneter, erinnerte an die gesamtkonzeptionelle Entwicklung des Gebiets Rheinberger Heide, zudem auch das Aldi-Logistikzentrum gehört, Ende der neunziger Jahre und schilderte die rechtliche Situation. Das bestehende Baugebiet habe Rechte, aber auch die bestehenden Gewerbebetriebe.

Auf breite Ablehnung scheinen die Pläne bei den Anwohnern zu stoßen. Als Sprecherin der Bürgerinitiative trug Ursula Schwutke, Eigentümerin der Privatschule in der früheren Reichel-Villa, Bedenken vor. Sie wunderte sich, dass der zusätzliche Lärmschutzwall zum Teil auf ihrem Grundstück verlaufe und hatte den Verdacht, dass der umbaute Raum zulässige Grenzen überschreite. Mit Blick auf die Planung des Neubaugebiets Westlicher Annaberg und der dortigen Lärmschutzproblematik schlug sie vor, die Messehallen abzureißen und dort Wohnhäuser zu errichten.

(up)