1. NRW
  2. Städte
  3. Rheinberg

Rheinberg: Messe-Umbau: Nachbarn machen mit Initiative gegen Baupläne mobil

Rheinberg : Messe-Umbau: Nachbarn machen mit Initiative gegen Baupläne mobil

Am Annaberg hat sich eine Bürgerinitiative gegründet, die sich gegen den Bau von "Riesenhallen" unmittelbar neben dem Wohngebiet in Rheinberg in Position bringt. Dabei geht es um die Pläne der Messe Niederrhein (wir berichteten). Eigentümer Dieter Schwerin plant, alle noch bestehenden Messehallen abzureißen und neu zu bauen. Die Pläne sind bereits mehrfach öffentlich vorgestellt und auch diskutiert worden.

Nur noch eine Halle war bisher für die Messe vorgesehen, während drei große Hallenriegel einer gewerblichen Nutzung vorbehalten sein sollten. Bereits Ende Juni hatten sich Anwohner aus dem Umfeld des Messegeländes erstmals zusammengesetzt, um sich gegen die neuen Bebauungspläne auf dem Messegelände Rheinberg zu wehren. Um das möglichst erfolgreich zu tun, wollten die Nachbarn eine Bürgerinitiative gründen.

"Die vom Investor vorgelegten Bebauungspläne hätten die Errichtung einer direkt an das Wohngebiet auf dem ehemaligen Reichelgelände angrenzenden 12,5 Meter hohen und 300 Meter langen Halle ermöglicht", hat die Bürgerinitiative Messegelände nun mitgeteilt.

Rund 40 Frauen und Männer, überwiegend Bewohner des Baugebietes Hohensteiner Weg/Reichelweg wehren sich nun gegen eine befürchtete Wertminderung ihrer ursprünglich ruhig im Grünen gelegenen Grundstücke. "Vier dieser Leute bilden den harten Kern der Initiative", sagte eine der Beteiligten, die ihre Namen nicht nennen möchten.

Auch die Privatschule in der ehemaligen Reichel-Villa wäre betroffen. Befürchtet werden neben einer "völlig unpassenden klotzartigen Architektur auch die Verschattung angrenzender Grundstücke, ferner eine massive Lärm-, Schadstoff- und Feinstaubbelastung durch ein mögliches Logistikzentrum".

Es gebe außerdem brandschutztechnische Bedenken. Die Initiative: "Eine erneute Erhöhung des Verkehrsaufkommens in der Region hätte auch für angrenzende Siedlungen unangenehme Folgen. Inwiefern die ursprünglich vorgelegten Pläne nun vom Investor verändert werden, ist noch nicht klar." Dass eine Neugestaltung der Flächen mit angemessener Nutzung neben dem Wohngebiet sinnvoll ist, werde gar nicht bestritten.

Die Initiatoren möchten erreichen, dass Vorschläge der betroffenen Anwohner berücksichtigt werden, was einen Mindestabstand zum Wohngebiet, Brandschutz, Lärm und Probleme bei den unter erschwerten Bedingungen stattfindenden Abbrucharbeiten betrifft. Eine Zusammenarbeit zwischen Bürgern, Stadt und Investor wäre allen Parteien dienlich, heißt es.

Kontakt zu der Bürgerinitiative: bima-rheinberg@t-online.de

(up)