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Rhein-Kreis Neuss: Unternehmer vom Niederrhein erkunden

Rhein-Kreis Neuss : Unternehmer vom Niederrhein erkunden

Positive Eindrücke von einem vielversprechenden Wachstumsmarkt, wertvolle Kontakte zu Vertretern aus Wirtschaft und Politik und die ein oder andere Anbahnung einer konkreten Geschäftspartnerschaft – so lautet die Zwischenbilanz der neuntägigen Südafrika-Reise einer Delegation von Unternehmern vom Niederrhein.

Positive Eindrücke von einem vielversprechenden Wachstumsmarkt, wertvolle Kontakte zu Vertretern aus Wirtschaft und Politik und die ein oder andere Anbahnung einer konkreten Geschäftspartnerschaft — so lautet die Zwischenbilanz der neuntägigen Südafrika-Reise einer Delegation von Unternehmern vom Niederrhein.

Heinz Ott (r.), Geschäftsführer des deutschen Röhrenherstellers BHR, erklärt Jürgen Steinmetz, Roland Meißner und Joachim Heym (v.l.) in seinem Werk in Pretoria Komponenten des Rohrleitungsbaus für zwei neue Kraftwerke in Südafrika. Foto: IHK

Noch bis zum 14. September sind die Wirtschaftsvertreter am Kap unterwegs. Organisiert wurde die Exkursion von der IHK Mittlerer Niederrhein, dem Rhein-Kreis Neuss und der NRW.International GmbH, der Außenwirtschaftsförderungsgesellschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

"Das Mittelstandsbarometer des Rhein-Kreises Neuss hat gezeigt, dass die Geschäftslage unserer Unternehmen sehr positiv ist. Hierzu trägt der Export erheblich bei", erklärt Jürgen Steinmetz, Wirtschaftsdezernent und Allgemeiner Vertreter des Landrates des Rhein-Kreises Neuss. "600 deutsche Firmen in Südafrika zeigen, dass hier gute Chancen für unsere Unternehmen bestehen."

Die zehnköpfige Reisegruppe besteht aus Vertretern verschiedener Branchen: technische Keramik, Baustoffe, Sicherheits- und Regelarmaturen, Versicherungsdienstleistungen, Rechtsberatungen, Übersetzungsservices, Messeangebote und Journalismus. Auf dem Programm stehen neben Besichtigungen von Energie- und Verkehrsprojekten auch Besuche bei südafrikanischen Unternehmen, bei Niederlassungen deutscher Firmen, der Baumesse "Interbuild Africa" und ein Empfang durch den Stellvertretenden deutschen Botschafter.

"Meine geschäftlichen Erwartungen sind voll erfüllt. Wir bekommen einen guten Überblick über die Chancen, die sich für unsere Produkte in Südafrika bieten", sagt Joachim Heym, Geschäftsführer der Schunk Ingenieurkeramik GmbH aus Willich. "Ich kann mir gut vorstellen, mich zukünftig auch in Südafrika geschäftlich zu engagieren."

"Insbesondere auf dem Bausektor hat Südafrika umfassende Modernisierungspläne, die vom Ausbau der Infrastruktur und der Energieversorgung bis hin zu medizinischen Einrichtungen und Wohnanlagen reichen", erläutert Roland Meißner, der als Geschäftsführer des Bereichs International der IHK die Reisegruppe begleitet. "Daher gilt es jetzt, die Aufbruchstimmung im Land nach der Fußball-WM zu nutzen und an den Milliardeninvestitionen in Infrastrukturprojekte auch die Unternehmen vom Niederrhein teilhaben zu lassen."

So sollen in den kommenden Jahren mehr als 2,4 Mio. Häuser mit der notwendigen Infrastruktur vor allem für schwarze Familien gebaut werden. Parallel dazu tragen Planungen für zahlreiche Einkaufszentren in Townships der spürbar gestiegenen Kaufkraft dieser Bevölkerungsgruppe Rechnung. Und in Johannesburg und anderen Metropolen werden neue Geschäftsviertel errichtet.

Besonders beeindruckt sind die Teilnehmer der Reise vom Schnellzug-Projekt "Gautrain". "Es wird ein neues Kapitel in der Geschichte des öffentlichen Personenverkehrs in Südafrika aufschlagen", ist IHK-Vizepräsident Harald Sasserath überzeugt. Der Besuch beim Energieversorger ESKOM zeigte der Delegation vom Niederrhein, wie wichtig die Frage einer sicheren und bezahlbaren Energieversorgung für Südafrika ist.

"Ich bin zuversichtlich, dass auch mit Hilfe von deutschem Know-how in Sachen Umwelttechnik, erneuerbare Energien und Energieeffizienz diese Herausforderung in Südafrika nachhaltig gemeistert wird", betont IHK-Vizepräsident Sasserath. "Deutsche Unternehmen haben in Afrika einen exzellenten Ruf und können hier, wenn sie sich an die Gegebenheiten vor Ort anpassen, lukrative Geschäfte machen."

Die IHK Mittlerer Niederrhein engagiert sich seit vielen Jahren in Nordrhein-Westfalen als Schwerpunktkammer für das südliche Afrika für die deutsch-südafrikanischen Wirtschaftsbeziehungen. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer für das südliche Afrika (AHK) ist die offizielle Institution am Kap zur Förderung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen.

Um die gute Zusammenarbeit noch zu verbessern, unterzeichneten die Vertreter beider Institutionen im Sitz der AHK in Johannesburg eine Vereinbarung zur Errichtung eines South Africa Desk bei der IHK Mittlerer Niederrhein. "Dies ist ein wichtiger Schritt, um die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen noch stärker zur fördern — zum Wohle der Unternehmen am Niederrhein", erklärte IHK-Vizepräsident Sasserath.

Am 14. September wird die Delegation vom Niederrhein zurückkehren. Der Willicher Unternehmer Joachim Heym ist jetzt schon sehr zufrieden: "Die Reise wurde bereits im Vorfeld bestens vorbereitet. Wenn es zukünftig wieder darum geht, neue Märkte zu erschließen, werden wir dafür erneut das Instrument IHK-Unternehmerreise nutzen."

(dhk)