Korschenbroich : Feuerwehr plant die Zukunft

Die Feuerwehr Korschenbroich benötigt bis 2015 neue Fahrzeuge, ein neues Gerätehaus in Pesch sowie mehrere Erweiterungsbauten. Im Rathaus ist zurzeit der Entwurf für den neuen Brandschutzbedarfsplan in Arbeit.

Über mangelnden Zulauf kann sich die Feuerwehr Korschenbroich nicht beklagen: Seit 2005 stieg die Zahl der Feuerwehrleute, die zu 350 bis 400 Einsätzen im Jahr ausrücken, von 166 auf 194 – das ist längst nicht in allen Kommunen so. Feuerwehrchef Frank Baum möchte bei der Einsatzstärke dennoch weiter zulegen – auf 200 bis 220 Ehrenamtler ."Tagsüber arbeiten viele freiwillige Feuerwehrleute außerhalb der Stadt, können nicht ausrücken. Etwa bei Wohnungsbränden alarmieren wir deshalb tagsüber drei Löscheinheiten zugleich. Vor allem in den Löschgruppen Liedberg, Pesch und Herrenshoff können wir noch Verstärkung gebrauchen. "

Überhaupt hat der Wehrleiter die Zukunft der Feuerwehr fest im Blick: Im Rathaus wird zurzeit der Entwurf für den neuen Brandschutzbedarfsplan für 2011 bis 2015 erarbeitet. Nach der Diskussion in der Wehrleitung und mit den Leitern der Löschzüge und -gruppen sollen sich im Herbst Hauptausschuss und Rat mit dem Papier befassen. "Im Brandschutzbedarfsplan, der Pflicht ist, werden unter anderem die anstehenden, größeren Investitionen aufgeführt. Das sorgt für gute Planbarkeit", so Baum, der betont: "Die Stadt unterstützt die Wehr gut."

Doch auch in den nächsten Jahren sind etliche Investitionen nötig – unter anderem auch wegen der steigenden Zahl der Feuerwehrleute. "In den meisten Gerätehäusern wird der Platz knapp." Ein komplett neues Domizil soll die Löschgruppe Pesch erhalten, das heutige diente einst als Schmiede. "Die zwei Fahrzeuge passen so gerade noch in die Halle", schildert Baum, der die Bedeutung der Gruppe hervorhebt: "Sie ist im Mittelpunkt der Stadt untergebracht, deckt einen Teil der Nachbar-Stadtteile ab und hat kurze Ausrückzeiten." Der Standort für den Neubau steht noch nicht fest, die Kosten schätzt er auf etwa 800 000 Euro – wie fürs neue Haus in Liedberg. Erweitert werden sollen zwei andere Gerätehäuser. "In Kleinenbroich möchten wir eine alte Garage zur Fahrzeughalle umbauen und die Umkleide vergrößern." Mehr Platz für Fahrzeuge und Mannschaft soll es auch in Glehn geben. "Die Zahl der Ehrenamtler dort ist mittlerweile auf 50 gewachsen", begründet Baum.

Mehrere Anschaffungen stehen für den Fuhrpark an: Ende 2010 rollt der bereits bestellte Rüstwagen ins Gerätehaus Kleinenbroich. Die Kosten für den speziell für technische Hilfeleistungen ausgestatteten Wagen: 306 000 Euro. 2011 soll ein rund 370 000 Euro teures Hilfeleistungslöschfahrzeug einen 22 Jahre alten Vorgänger beim Löschzug Glehn ablösen. Bis 2015 sollen nach derzeitigen Plänen drei weitere Fahrzeuge ersetzt werden – unter anderem die gebraucht beschaffte, heute 23 Jahre alte Drehleiter. Ein fabrikneues Exemplar kostet rund 750 000 bis 800 000 Euro.

(NGZ)