Fußball : Sorgenkinder 1. FC-Süd und VfR

Die beiden Fußball-Landesligisten 1. FC Grevenbroich-Süd und VfR Neuss kämpfen derzeit mit großen Problemen. Während es nach dem Neujahrswochenende so aussieht, als würde bei den Südstädtern Ruhe einkehren, ist die Zukunft des VfR ungewisser denn je.

Als sich Ende Oktober der 1. FC Grevenbroich-Süd und der VfR Neuss zum Landesligaspiel trafen, war nicht davon auszugehen, dass sich beide Klubs in rund zwei Monaten zu den großen Sorgenkindern des Fußballkreises Grevenbroich/Neuss mausern. Die Neusser entschlossen sich unter der Führung von Präsident Reinhard Josef Wendt wegen eines Schuldenbergs von knapp 130 000 Euro kurz vor Weihnachten, einen Insolvenzantrag zu stellen, und nur wenig später wurden auch Geldsorgen bei Süd öffentlich. Doch während es nach dem Jahreswechsel in Grevenbroich positive Signale gibt, sieht es beim VfR düster aus.

"Bei uns sollte es auf keinen Fall so weit kommen wie in Neuss, deswegen wurde rechtzeitig ein Schnitt gemacht", erklärt Süd-Coach Torsten Müllers mit Blick auf die finanziellen Engpässe, die durch den plötzlichen Abschied von wichtigen Sponsoren zustande kamen. Müllers, seit dem Rücktritt von Reinhard Müller zum Cheftrainer aufgestiegen, war auch eine der Triebfedern hinter der positiven Entwicklung bei den Grevenbroichern. "Zusammen mit einigen wichtigen Spielern ist es mir gelungen, durch Überzeugungsarbeit einen Dominoeffekt zu verhindern", sagt der 36-Jährige mit Blick auf den Umstand, dass der Kader bis auf Michele Fasanelli, Sascha Bechthold und Murat Aydin und den schon vorher abwanderungswilligen Jesko Rehers zusammenbleibt. Wenn heute die Vorbereitung auf die Restsaison beginnt, erwartet Müllers 16 Spieler beim Training — inklusive des wiedergenesenen Nico Rittmann. "Das ist eine Charakterfrage. Wenn wir jetzt alle zusammenrücken, schaffen wir den Klassenerhalt", betont Müllers, "das sportliche Potenzial haben wir jedenfalls."

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Das sieht beim VfR Neuss nach dem Rücktritt von Trainer Jörg Ferber anders aus, in Heiko Köpper gibt es zwar nach Meinung von Präsident Reinhard Josef Wendt noch einen Co-Trainer, doch ob dem zumindest nummerisch ein adäquater Landesligakader zu Verfügung steht, ist ungewiss. Kapitän Denis Zagorica wusste gestern zu berichten, dass nach Hasan Er und Boubacar Coulibaly auch Senol und Selcuk Eren sowie Vitalyi Golik und Fatih Durmaz das Weite suchen wollen. Zagorica hat sich vorsorglich abgemeldet: "Ich werde diese und nächste Woche aber noch mal abwarten, was sich tut." Es könnte aber auch sein, dass das VfR bald ohnehin kein Team mehr benötigt. Wird nämlich das Insolvenzverfahren tatsächlich eröffnet, steht der Verein als erster Absteiger fest. Ob es so weit kommt, darüber soll am Donnerstag ein Treffen mit einem Mitarbeiter des Insolvenzverwalters Winfried Andres entscheidende Aufschlüsse bringen. "Kommt es zu einem Insolvenzverfahren, wird es am 15. Januar eröffnet", erklärt Wendt. Er verfolgt aber auch noch den Weg, sich außergerichtlich mit den Gläubigern zu einigen.

(NGZ)