Fußball: VfR 06 Neuss meldet Insolvenz an

Fußball: VfR 06 Neuss meldet Insolvenz an

Eigentlich sieht der neue Präsident Reinhardt Josef Wendt den mit Verbindlichkeiten von noch rund 128.000 Euro (ursprünglich waren es mal knapp 150.000 Euro) belasteten Traditionsverein VfR 06 Neuss wieder auf einem guten Weg. Trotzdem hat er bereits am vergangenen Mittwoch beim Amtsgericht Düsseldorf einen Insolvenzantrag gestellt.

Ausschlaggebend dafür, so Wendt, sei gewesen, dass ihm von Seiten eines Gläubigers der Vorwurf der Insolvenzverschleppung gemacht worden sei. "Da habe ich es ein bisschen mit der Angst zu tun bekommen, denn mit diesem Thema hatte ich als Geschäftsmann noch nie zu tun."

Probleme machen vor allem die kurzfristigen Verbindlichkeiten in Höhe von etwa 60.000 Euro. Der Großteil entfällt dabei auf ein von Thomas Malcherzyk betriebene Sportartikelgeschäft Am Glockhammer (ca. 17.800 Euro) und die Berufsgenossenschaft (ca. 26.000 Euro). Allerdings hegt Wendt die Hoffnung, dass sich die Schulden bei der Berufsgenossenschaft noch um etwa 18.000 auf dann nur noch 8000 Euro reduzieren lassen, "denn wir haben im vorherigen Jahr gar keine Spielergehälter gezahlt".

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Der Präsident ist recht guter Dinge, dass sich der Verein aus dieser prekären Lage erneut befreien kann und stellt darum klar: "Wir sind nicht kaputt! Wir werden den Verein auf keinen Fall vor die Wand fahren lassen." Am Freitag informierte der Vorstand Trainer und Spieler über die Situation. Wendt: "Wer den Verein verlassen will, bekommt sofort die Freigabe." Der Spielbetrieb solle trotz der beantragten Insolvenz aufrecht erhalten werden. "Wir wollen weiter in der Landesliga spielen", so Wendt, der in der Winterpause sogar auf neue Fußballer für die erste Mannschaft hofft. Dabei setzt er auch darauf, neue Sponsoren an Land ziehen zu können, "die mit dem VfR bislang nicht zu tun hatten."

Als Insolvenzverwalter fungiert Fachanwalt Winfried Andres aus Düsseldorf.

(NGZ)