Lokalsport : London ist nicht mehr weit

2011 ist das wichtigste Jahr für alle, die bei den XXX. Olympischen Sommerspielen dabei sein wollen. Wer in den nächsten zwölf Monaten nicht den Sprung in einen Olympiakader schafft, dürfte es schwer haben, sich für London zu qualifizieren. Im Rhein-Kreis gibt es ein Dutzend Kandidaten.

Offiziell beginnt das Jahr der XXX. Olympischen Sommerspiele erst in zwölf Monaten. Doch für die Athleten gilt eine andere Zeitrechnung — für die meisten von ihnen ist 2011 im Hinblick auf eine Olympiateilnahme das wichtigste Jahr. Vor allem für die Mannschaftssportarten gilt: Wer am Ende dieses Jahres nicht in einem Olympiakader steht, dürfte es schwer haben, eine Fahrkarte nach London zu lösen.

 Könnte 2012 in London dabei sein: Lina Geyer.
Könnte 2012 in London dabei sein: Lina Geyer. Foto: dpa/-woi (2)/privat

Den nationalen und internationalen Titelkämpfen kommt 2011 deshalb besondere Bedeutung zu. "Für uns gelten die Turniere zwischen 1. April 2011 und 31. März 2012 als offizieller Qualifikationszeitraum", erklärt Olaf Kawald, Cheftrainer der Säbelfechter beim TSV Bayer Dormagen. Sie stellen das größte Kontingent der ein Dutzend Olympiaanwärter aus dem Rhein-Kreis: Nicolas Limbach müsste schon sehr viel falsch machen, um in London nicht dabei zu sein, Benedikt Beisheim und Max Hartung hoffen vor allem auf die Mannschaft, die in der Weltrangliste noch eine europäische Nation überflügeln muss. Auch Stefanie Kubissa darf sich nach ihrem sechsten Platz bei der WM Hoffnungen auf einen Einzelstart machen.

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Was ihre sportlichen Leistungen angeht, dürfte Lina Geyer neben Nicolas Limbach sicherste Kandidatin sein. Doch bei der Mittelfeldspielerin des Hockey-Bundesligisten HTC SW Neuss bleibt abzuwarten, wie sie ihr praktisches Jahr nach Abschluss des Medizinstudiums und ihre Olympia-Ambitionen unter einen Hut bekommt. Spannend ist auch die Frage, ob sie und die anderen Nationalspielerinnen (Luisa Steindor, Lena Andersch) 2012 noch das HTC-Trikot tragen — das hängt im wesentlichen vom Klassenerhalt ab.

Ähnliches gilt für die Ringer: Nur wenn der KSK Konkordia das finanzielle Überleben in der Bundesliga sicherstellen kann, könnte ein Neusser (Samet Dülger, William Harth) in London dabei sein. Hat sie ihre Verletzungsprobleme endgültig gelöst, dürfte Janine Kohlmann (Neusser Schwimmverein) heiße Anwärterin auf einen Platz im Team des Deutschen Verbandes für Modernen Fünfkampf sein — und damit in große Neusser Fußstapfen (Elmar Frings, Walther Esser) treten.

In der Freistilstaffel des Deutschen Schwimmverbandes könnte Christoph Fildebrandt (TSV Bayer Dormagen) in London starten. Schwer wird es hingegen für seine Vereinskollegen aus dem Stabhochsprunglager Karsten Dilla und Björn Otto — den "Altmeister" hat noch einmal der Ehrgeiz gepackt. Zehn der Genannten (Limbach, Beisheim, Hartung, Kubissa, Dülger, Dilla, Kohlmann, Steindor, Geyer, Fildebrandt)bilden das Perspektivteam, das von der Sparkassenstiftung Sport gefördert wird.

(NGZ)