Lokalsport : SCK verliert letztes Heimspiel

Kapellens Trainer Markus Anfang stand trotz der 1:2-Niederlage des Niederrheinligisten gegen den SC Düsseldorf-West zu seinen Spielern. "Aber bei einigen stimmen Anspruch und Realität nicht überein". Am Dienstag empfängt der SCK nun im Kreispokalhalbfinale den TuS Grevenbroich.

Kapellen So hatte sich Markus Anfang, Trainer des Fußball-Niederrheinligisten SC Kapellen, das letzte Heimspiel der Saison mit Sicherheit nicht vorgestellt. Nahm man im Hinspiel beim SC Düsseldorf-West vor gerade einmal sieben Wochen noch alle drei Punkte mit nach Hause (2:1), musste man sich gestern vor 202 Zuschauern im Erftstadion mit null Zählern abfinden.

Verkehrte Welt — musste auch Gäste-Trainer Harald Becker eingestehen. Dessen Mannschaft erspielte sich im Gegensatz zum Hinspiel, als die SCK-Elf um Gegentreffer gebettelt hatte, die Düsseldorfer aber zahlreiche Möglichkeiten kläglich vergaben, kaum Chancen. Am Ende aber jubelten die Gäste aufgrund der schwachen Kapellener Chancenverwertung und dürfen nun wieder auf den Relegationsplatz 16 hoffen, von dem man nur noch einen Zähler entfernt ist.

"Ich stehe zu meinen Spielern", betonte Anfang nach der Partie, während diese geschlossen zum Auslaufen angetreten waren. "Aber bei einigen stimmen Anspruch und Realität nicht überein." Namen nannte der SCK-Trainer zwar nicht, bezog aber alle Spieler, auch die, die nicht auf dem Platz standen, mit in seine Kritik ein.

In einer chancenarmen ersten Halbzeit verzeichneten die Hausherren noch die besseren Möglichkeiten, doch sowohl Lars Schuchardt, nach Zusammenspiel mit Sven Raddatz und Fabio Freericks (13.), als auch Frederik Leufgen (17.) vergaben. Trotz offensiver Ausrichtung tauchten die Gäste nur ein Mal gefährlich vor dem SCK-Gehäuse auf, doch den Kopfball von Benjamin Doll klärte Leufgen auf der Linie. Elf Minuten nach dem Wechsel drückte Rene Kägebein nach einem Zuspiel aus der Not heraus von Vincent Scheidemann das Leder per Kopf zur 1:0-Führung der Düsseldorfer über die Linie. Anfang reagierte mit einem Doppelwechsel, brachte Gabriel Czajor und Mathias Labusga. Letzterer sorgte über links für neue Akzente — ebenso wie Sven Raddatz, der fortan mehr in die Zentrale rückte. So legte er das Spielgerät nach einer guten Stunde flach in die Mitte, doch Schuchardt verpasste um wenige Zentimeter. Sieben Minuten später flog Schuchardt — diesmal per Kopf — erneut am Ball vorbei. Labusga reagierte, legte zurück auf Benjamin Schütz, der aus sieben Metern zum verdienten Ausgleich einschob.

Das erwartete Aufbäumen der Gäste blieb im Folgenden aus, die Elf von Trainer Harald Becker schien sich mit dem Abstieg abgefunden zu haben. Doch wie aus dem Nichts heraus traf Kägebein in der 77. Minute zum zweiten Mal für den SC West. Kurz vor Ende der Partie scheiterte Raddatz per Freistoß von halblinks am Außenpfosten. Die Gäste-Spieler atmeten erleichtert auf und lagen sich nur wenige Minuten später jubelnd in den Armen.

(NGZ)