Jüchen : Mehr Musikkurse in Jüchen

Die Kreisjugendmusikschule will den Standort Jüchen stärken: Mit eigenem Büro und neuen Kursen, besonders für Nachwuchs bis zum Vorschulalter. "Wir wollen Jüchener zurücklocken", sagt Bezirksleiter Markus Wehner.

Skeptisch betrachtet Marie (18 Monate) die Trommel. Erst zögernd, dann jauchzend und immer schneller haut sie auf das Fell. Um Marie und drei weitere Knirpse kümmert sich Brigitte Verboket-Klothen (61). Treffpunkt: der Boden des Früherziehungsraumes im Jüchener Volkshochschulgebäude.

"Sollen wir ein Lied singen?", fragt die Fachleiterin für den Elementarbereich der Kreisjugendmusikschule. Von Regen und Donner singt sie, oft passt ein Trommelschlag zum Text. Verboket-Klothen stellt mit dem Musikpädagogen Markus Wehner (42), dem Bezirksleiter für Jüchen, das neue Semesterprogramm für Babys und Kleinkinder bis zur Vorschule vor.

Nach den erfolgreichen Veranstaltungen in Korschenbroich und Kleinenbroich ist Wehner auch mit der Resonanz in Jüchen zufrieden: "So wie es aussieht, kann der Babykursus nach den Sommerferien starten." Das Angebot richtet sich an Babys von neun Monaten bis zwei Jahre. Ihnen soll spielerisch der Spaß an der Musik vermittelt werden. "So entwickeln sie neue Fähigkeiten. Der Unterricht fördert die motorische Entwicklung, die Kinder werden sensibilisiert", sagt Verboket-Klothen. Neben dem gemeinsamen Singen von traditionellen Volksliedern sowie speziell für die Kurse entwickelten Liedern und Tanzen sollen die Mütter angeleitet werden, mit den Kleinen Musik zu machen: "So wachsen sie in die Musik hinein - und wie wichtig Musik für ältere Kinder ist, haben ja bereits diverse Studien belegt."

Das meint auch Marlen Schäl (32) aus Jüchen, die Mutter von Marie: "Wir haben bereits in der Krabbelgruppe erste musikalische Erfahrungen gemacht. Das hat uns viel Spaß gemacht." Sie freut sich, dass die Kurse jetzt auch in Jüchen angeboten werden.

Das generelle Angebot wird derzeit aufgebaut. Markus Wehner hat erst zu Beginn des Jahres sein Büro bezogen: "Nun soll das bisher etwas vernachlässigte Jüchen stärker ins Programm einbezogen werden." Neben dem Kursus für Babys ("Flöhe"-Kursus) gebe es auch Angebote für Zwei- bis Dreijährige. "Sobald in Haus Katz der Aufzug eingebaut ist, werde ich dort ein Klavier aufstellen und Klaviernachmittage anbieten", plant Wehner. Er sieht viel Potenzial: "Unser Ziel ist es auch, Jüchener zurück zu uns zu locken, die jetzt Angebote an einem anderen Standort im Rhein-Kreis nutzen."

Anmelden wollen sich auch Sylvia Krämer und ihr Sohn Felix (elf Monate) "Ich hatte schon mit meinem fünfjährigen Sohn Lukas so viel Spaß bei den Musikflöhen — das möchte ich mit Felix auch erleben", sagt Krämer. Die richtige Wahl, denn: "Felix gefällt es — vor allem die Trommeln."

(NGZ)