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Lokalsport: SW Neuss stolpert Richtung Aufstieg

Lokalsport : SW Neuss stolpert Richtung Aufstieg

Mit dem mühevollen 5:4-Sieg über den Rheydter SV vergrößert Neuss den Vorsprung auf Großflottbek

Wer solche Spiele gewinnt, kann eigentlich gar nicht mehr anders als aufzusteigen: Mit einem Eckentor von Patrick-Lunau Mierke nach Ablauf der regulären Spielzeit setzte sich Hockey-Zweitligist HTC Schwarz-Weiß Neuss gestern Mittag glücklich, aber nicht unverdient mit 5:4 (Halbzeit 3:2) gegen den im Aufwind befindlichen Tabellenletzten Rheydter SV durch, der 14 Minuten vor Spielende noch mit 4:3 in Führung gegangen war. Weil am Samstag der Großflottbeker THGC nicht über ein 2:2 gegen SW Köln hinauskam, bauten die Neusser ihren Vorsprung an der Tabellenspitze aus: Aus den letzten drei Partien bei BW Köln (4. Juni, 16 Uhr), gegen SW Köln (5. Juni, 12 Uhr) und beim DSD Düsseldorf (18. Juni, 15 Uhr) benötigen sie zur Rückkehr in die Bundesliga noch zwei Siege, vorausgesetzt, Großflottbek gewinnt seine beiden noch ausstehenden Spiele in Rissen und Raffelberg.

Doch statt souverän zu marschieren stolpern die Schwarz-Weißen eher Richtung Aufstieg: Gegen Rheydt war gestern nur 20 Minuten lang zu erkennen, dass da Spitzenreiter gegen Schlusslicht spielte. Denn in diesen 20 Minuten nach der Pause schnürten die Gastgeber den RSV in dessen Hälfte regelrecht ein, versäumten es aber trotz bester Einschussmöglichkeiten, ihre im eher ausgeglichenen ersten Durchgang erzielte 3:2-Führung (Tore durch Sebastian Draguhn zum 1:1, 5. und 2:1, 26. sowie Philipp Weide zum 3:2, 35., bei Gegentreffern von Gräber zum 0:1, 5. und Bain zum 2:2 (29.) weiter auszubauen.

"Da hätten wir den Sack unbedingt zu machen müssen", schimpfte Manager Horst Busse. Denn die Versäumnisse rächten sich, weil die Defensive erneut starke Unsicherheiten verriet und so Bain (55.) und Gräber per Siebenmeter (56.) gestattete, die Partie innerhalb einer Minute zu drehen.

Es folgte ein mitunter verzweifeltes Anrennen der Hausherren, die ihr Glück weniger darin suchten, die Plastikkugel aus einer Kombination heraus über die Linie zu bugsieren als vielmehr die Rheydter zu Regelwidrigkeiten zu zwingen, die mit Ecken bestraft wurden. Vor allem Philipp Weide erwies sich als Meister dieses Fachs, sehr zum Leidwesen der Gäste, die die acht Strafecken zwischen der 58. und 70. Minute zunehmend unwirscher hinnahmen. Die vierte davon (insgesamt die siebte) nutzte Sebastian Draguhn zum Ausgleich (61.). Sechzig Sekunden vor der Schlusssirene entscheiden die Unparteiischen Christian Deckenbrock und Christiane Hippler erneut auf Strafecke — und während die Uhr hinuntertickt, schlenzt Patrick Lunau-Mierke endlich im vierten (!) Versuch das Spielgerät über die Linie und lässt damit den Aufstieg ein ganzes Stück näher rücken.

(NGZ)