Korschenbroich : 52 Jahre im Tambourkorps

Die Musik liegt im Blut: Paul van den Burg macht seit seinem elften Lebensjahr Musik. Seit Jahren leitet er das Tambourkorps "Blüh auf" Glehn. Die Nachwuchsarbeit hat der Tambourmajor besonders im Blick.

Als "sympathischer Kerl" gilt Paul van den Burg in Musiker- und Schützenkreisen. Er leitet seit Jahren das Tambourkorps "Blüh auf" Glehn und macht dabei eine "gute Figur". Bereits im Alter von elf Jahren wurde Paul van den Burg Mitglied im Musikverein. Sein Instrument: die Querflöte. Als 16-Jähriger übernahm der engagierte Flötist die Ausbildung der Nachwuchsmusiker im Verein. "Wir haben jeden Sonntag von 10 bis 12 Uhr Probe. Da versammeln sich regelmäßig alle 32 Mitglieder", erzählt der 64-Jährige. Die Ausnahme: "Wir haben einen Auftritt." Doch damit nicht genug: Mit seinen vier Auszubildenden trifft er sich zweimal in der Woche zur Privatprobe.

Paul van den Burg ist ein echtes Glehner Urgestein. Er ist nicht nur in Glehn geboren, der Glehner Tambourmajor gilt auch Dienstältester auf sämtlichen Schützenfesten. "Auf acht großen Schützenfesten sind wir vertreten." Im Umkreis wie in Kleinenbroich und Büttgen aber auch in Düsseldorf-Garath sind die Glehner dabei. Allerdings führt der 63-Jährige das Tambourkorps "Blüh auf" dann nicht immer an, da er würdige Vertreter gefunden hat, denen er gerne mal den Vortritt lässt. "Ich muss das nicht mehr machen", sagt Paul van den Burg. "Meine Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass es immer weiter geht. Ich lebe ja nicht ewig."

Als Dienstältester ist er auch bei den Vorstandssitzungen immer noch dabei, nicht nur im Glehner Tambourkorps, sondern auch im Glehner Schützenverein. "Ich gehöre als Beisitzer dem Schützenvereinsvorstand an. Das heißt, ich bin dabei und sage meine Meinung zu allen anstehenden Themen", berichtet der engagierte Ehrenamtler. Gerne übernimmt er auch die Verantwortung für seine Schützlinge im Tambourkorps, in dem Kinder bereits ab sieben Jahren musikalisch durchstarten dürfen. Fürsorge ist ihm dabei wichtig: "Unser Jüngster ist neun Jahre alt. Nach den Proben fahre ich alle Kinder persönlich nach Hause und warte, bis sie im Haus verschwunden sind."

Und zum Einstiegsalter stellt Paul van den Burg fest: "Sieben Jahre ist natürlich jung, aber da brennen die Kinder für die Musik. Man darf sie nicht wegschicken, sonst kommen sie nicht wieder. Deshalb versuche ich den Eltern die Sorgen zu nehmen, und fahre ihre Kinder auch nach Hause."

Hauptberuflich ist der Tambourmajor seit 43 Jahren im Verkauf von Beton- und Stahlbetonrohren beschäftigt, kann die Rente aber schon ahnen. "Das eine Jahr mache ich auf jeden Fall noch. Danach werde ich mich nicht auf die faule Haut legen", sagt van den Burg. Der Glehner will sich dann etwas mehr Zeit für sich selber gönnen. Auch die Hochzeit mit seiner langjährigen Verlobten Zeljka — sie stammt aus Kroatien — steht noch aus.

(NGZ)