Jüchen : Bürgerbusverein sucht Chef

Noch bis 12. Juni übernimmt die NVV das Anrufsammeltaxi (AST), nachdem der bisherige Partner die Lizenz verloren hat. Geplant ist die Fusion von Bürgerbus und AST. Doch es gibt viele Probleme: So fehlt ein Geschäftsführer.

"Gesucht: Ein Mann oder eine Frau mit kaufmännischer Erfahrung, Organisationstalent, Begeisterung für die Idee des Bürgerbus-Konzepts und etwas Zeit." Diese Anzeige müsste der Jüchener Bürgerbus-Verein schalten. Nach dem Rücktritt von Helmut Passoth ist der Posten des Geschäftsführers vakant. Jetzt muss der Vorstand so schnell wie möglich komplettiert werden, denn: "Nur dann kann der Bürgerbus auch starten", sagt Initiator Holger Tessmann. Am Wochenende wollen die Ehrenamtler um den Vorsitzenden Hubert Noehlen, Hans-Josef Esser und Marita Post die weitere Strategie planen. Was Tessmann sich vorstellen kann: "Vielleicht finden wir beim Netzwerk 55 plus einen interessierten Ehrenamtler."

Kooperation mit Netzwerk?

Mehr Mobilität für die Jüchener: Das sind die Ziele des geplanten Bürgerbusses und des bereits fahrenden Anrufsammeltaxis (AST). Bei beiden Formen gibt es Probleme. Der bisherige Partner für das Anrufsammeltaxi hat seine Lizenz verloren (die NGZ berichtete). "Ersatzweise hat die Niederrheinische Verkehr und Versorgung das Angebot übernommen, aber nur bis zum 12. Juni", sagt Bürgermeister Harald Zillikens. Dann muss eine Alternative gefunden werden.

Der Vorschlag, den die Verwaltung jetzt in den Bau- und Verkehrsausschuss einbrachte: Das AST — individuelle Fahrten nach Anruf — mit dem Konzept des Bürgerbusses zu verbinden. Doch dafür braucht der 1999 gegründete Verein ein komplettes Vorstandsteam. Den Vorschlag von Holger Tessmann, dass die Gemeinde als "ordentliches Mitglied" den Geschäftsführer stellte, lehnte Harald Zillikens ab: "Damit wäre die Einrichtung einer Stelle verbunden — und dass können wir nicht tun, so lange die Gemeinde noch nicht über einen vom Rhein-Kreis Neuss genehmigten Haushalt verfügt."

In Willich etwa führt ein Verwaltungsmitarbeiter die Aufgaben des Bürgerbusvereins. Sein Zeitaufwand soll, laut Bürgermeister Harald Zillikens, bei einem Drittel seiner Vollzeitstelle liegen. Holger Tessmann hält einen geringeren Zeitaufwand für möglich: "Der Geschäftsführer muss nicht die Betriebskosten durchrechnen. Seine Aufgaben müssten genau definiert werden."

Jemanden für das Amt des Geschäftsführers zu finden — darauf hoffen jetzt die Ehrenamtler vom Bürgerbus-Verein. "Dann können wir auch durchstarten, dann haben wir wieder Mut", so Holger Tessmann. "Unsere Fahrer wollen endlich fahren", ergänzt Vorsitzender Hubert Noehlen.

(NGZ)