Lokalsport: Nievenheim rückt der Abstiegszone näher

Lokalsport : Nievenheim rückt der Abstiegszone näher

Landesliga: Kapellen siegt in einem engen Match dank einem Eigentor des 1. FC Mönchengladbach, Jüchen zeigt seine zwei Gesichter.

Beim VdS Nievenheim nehmen die schlechten Nachrichten kein Ende. Bei der 1:4-Niederlage gegen den Tabellenführer SC Union Nettetal (Halbzeit: 0:2) standen Co-Traner Thomas Boldt gerade einmal elf Feldspieler und ein Torhüter zur Verfügung. Mit der Leistung war Boldt dennoch zufrieden: "Es war ein Spiel zweier Mannschaften, die auf Augenhöhe agiert haben. Das Problem ist einfach, dass wir aktuell die Seuche haben und die erste hundertprozentige Chance durch Ken Akiyama nicht nutzen. Nettetal hat unsere Fehler dann wieder einmal eiskalt bestraft".

Den ersten dieser angesprochenen Fehler macht Nils Dübbert, der in der 35. Minute eine lange Freistoßflanke nicht richtig klärte. Nettetals Tobias Gorgs bedankte sich und stellte auf 1:0. Den endgültigen Knock-Out kassierten die Grün-Weißen in der 50. Minute. Nachdem Lucas Reinert kurz vor der Pause auf 2:0 erhöht hatte, entschied Michael Enger die Partie - auch wenn Nievenheim noch einmal kurz Hoffnung schöpfte, nachdem Alexander Hauptmann im Strafraum gefällt wurde, Nettetals Keeper mit dem roten Karton vom Feld geschickt wurde und Kevin Scholz den fälligen Strafstoß verwandelte. "Ich kann der Mannschaft erneut keinen Vorwurf machen. Wir haben alles reingeschmissen, schenken die Tore aber zu leicht her. Wir müssen gegen die nächsten Mannschaften punkten", so Boldt. Ein Blick auf die Tabelle verdeutlicht dies. Nievenheim liegt nur noch zwei Punkte vor der Abstiegszone .

Der SC Kapellen hat die passende Antwort auf die bittere Niederlage gegen den ASV Süchteln gefunden.Er bezwang in einem engen Match den Tabellenvierten 1. FC Mönchengladbach mit 1:0 (Halbzeit: 1:0). Dass ausgerechnet ein Eigentor von Leonard Lekaj, der eine Ecke von Robert Wilschrey ins eigene Gehäuse ablenkte, herhalten musste, war Kapellens Trainer Oliver Seibert danach völlig egal: "Kilian Lammers stand direkt dahinter und hätte ihn sonst gemacht. Heute haben zwei gute Mannschaften gegeneinandergespielt. Man konnte schon sehen, warum der 1. FC mit vorne dabei ist", so Seibert.

Die Kapellener hatten laut Seibert mehr vom Spiel und versuchten immer wieder durch schnelle Spielverlagerungen, Lücken im Gladbacher Defensivverbund aufzureißen. Dies gelang auch, doch erneut fehlte die Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor. "Im zweiten Spielabschnitt hat Gladbach dann etwas mehr aufgemacht. Wir haben auf Kontermöglichkeiten gelauert. Es war dann ein Substanzkampf. Sie haben am Ende zwei Mann hinten gelassen und vorne mit fünf Leuten Druck gemacht. Aber wir haben gut und leidenschaftlich verteidigt", freute sich Seibert über die Disziplin seiner Truppe. Ein Mal musste der SCK dennoch noch den Atem anhalten: David Gotlevski köpfte nach einer Standardsituation haarscharf am Pfosten vorbei. Danach durften die Schwarz-Gelben über den vierten Saisonerfolg jubeln.

In der vergangenen Woche rieben sich einige Experten in der Landesliga verwundert die Augen. Mit einem überragenden Spiel überraschte der VfL Jüchen/Garzweiler den haushohen Favoriten SC Velbert und feierte einen verdienten 2:0-Erfolg. Dass nun gegen den FC Remscheid ein anderes Spiel zu erwarten war, war klar. Doch wer Velbert schlägt, sollte gegen Remscheid keine Probleme haben - normalerweise. "Wir haben ein ganz anderes Gesicht gezeigt. Ich bin von der Leistungsbereitschaft sehr enttäuscht", war die Stimmung bei Coach Michele Fasanelli nach der 0:1-Pleite (Halbzeit: 0:1) getrübt. Bereits nach eineinhalb Minuten wurde eine Unachtsamkeit in der Jüchener Hintermannschaft bestraft. Nach einem Eckball stand Marvin Merchel frei und brachte den ehemaligen Zweitligisten in Front. Dieser perfekte Start spielte dem Aufsteiger, der sich danach auf die Defensive konzentrierte, absolut in die Karten.

"Remscheid hat nach dem Treffer das Fußballspielen eingestellt und nichts mehr nach vorne gemacht. Allerdings waren wir einfach noch schwächer. Uns fehlte absolut der Wille. Remscheid hat 90 Minuten lang mit Mann und Maus verteidigt. Man kann verlieren, aber die Art und Weise ist nicht in Ordnung", war Fasanelli sauer über den Auftritt seiner Mannschaft.

Es bleibt ein Mysterium: Gegen starke Mannschaften ist Jüchen hochmotiviert und erzielt gute Ergebnisse, gegen Teams, die im Abstiegskampf zu erwarten sind, lässt der VfL hingegen einiges liegen. Dies ärgerte auch den Coach: "Die Niederlagen gegen Mettmann und Remscheid können uns noch sehr weh tun. Denn jetzt kommen erst die starken Gegner."

(NGZ)
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