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Fußball: Rassismus-Vorwurf nach Spielabbruch in Dormagen

Fußball : Rassismus-Vorwurf nach Spielabbruch in Dormagen

Die Fußballer des TSV Bayer Dormagen II traten gegen den VdS Nievenheim II aus Solidarität zu einem ihrer Teamkollegen zur zweiten Hälfte nicht mehr an.

Nach dem Spielabbruch am Sonntag in der Fußball-Kreisliga B stehen sich die Zweitvertretungen des TSV Bayer Dormagen und des VdS Nievenheim fürs Erste unversöhnlich gegenüber. Die Kicker vom Höhenberg hatten zur Halbzeitpause in der Kabine entschieden, das Match nicht fortzuführen, „da aufgrund von Diskriminierung und Rassismus keine fairen und sportlichen Verhältnisse“ mehr geherrscht hätten. Eine Darstellung, die VdS-Trainer Harald Bongers allerdings nicht nachvollziehen kann: „Den Rassismus-Vorwurf muss ich komplett zurückweisen.“

In seiner mit der Zeile „im Namen der Mannschaft“ beendeten Erklärung beschuldigt der TSV einen Aktiven der Gäste, einen „farbigen Dormagener Spieler“ in der 40. Minute nach dessen taktischem Foul „lautstark als Quotenneger“ bezeichnet zu haben. Der ihrer Meinung nach mit dieser Situation „sichtlich überforderte“ Schiedsrichter habe die Partie aber weiterlaufen lassen und auch nicht reagiert, als der ebenfalls mit einem Migrationshintergrund ausgestattete Nievenheimer seinem Kontrahenten ins Gesicht und aufs Trikot gespuckt hätte. Kurz nach dem folgenden Handgemenge, bei dem ihr Teamkollege zu Boden gefallen sei, habe der gegnerische Trainer seinen Schützling dann ausgewechselt (42. Minute).

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Dem widerspricht Bongers aufs Schärfste: „Unser Spieler ist ab der zehnten Minute permanent provoziert, bespuckt und beleidigt worden. Warum auch immer. Er und meine Spieler haben mir versichert, dass es von seiner Seite keine rassistischen Beleidigungen gegeben hat. Warum denn auch? Er ist ja selber ein Spieler mit Migrationshintergrund – wie im Übrigen auch viele seiner Mitspieler.“ Mit der vorzeitigen Auswechslung, fügt er erklärt hinzu, habe er ihn nur schützen wollen. „Ich wollte dem ein Ende machen und eine weitere Eskalation verhindern.“

Während die TSV-Fußballer nun darauf setzen, dass der Fall vor dem Sportgericht aufgearbeitet wird („Der Fußball steht für gegenseitigen Respekt, Fairplay und Solidarität – unabhängig von Hautfarbe, Religion und Herkunft.“), geht Bongers davon aus, dass die Partie für Nievenheim gewertet wird. „Wir lagen mit 2:0 vorne und wollten im Gegensatz zu Dormagen zur zweiten Halbzeit antreten. Auch der Schiedsrichter hat weder was gehört noch gesehen.“ Und weiter: „Ich bin in meinen 25 Jahren als Trainer selber schon oft beleidigt worden, ohne jedes Mal so ein Fass aufzumachen.“