Jüchen : Landgericht verurteilt Dealer-Paar

25-Jähriger aus Wegberg versteckte in Jüchener Wohnung Drogen.

Das Landgericht Mönchengladbach hat gestern ein Dealer-Paar verurteilt: Ein 25-Jähriger aus Wegberg muss wegen Drogenhandels mit Rauschgift in "nicht geringer Menge" für knapp sechs Jahre ins Gefängnis. Seine Freundin aus Jüchen kam deutlich glimpflicher davon: Wegen Beihilfe erhielt die junge Frau ein Jahr Haft auf Bewährung.

Das Paar war im Juni von der Polizei in Jüchen festgenommen worden. Die Beamten hatten die 24-jährige Frau und ihren Freund zuvor wochenlang observiert und einen regen Drogenhandel registriert. Insgesamt hatte der 25 Jahre alte Angeklagte knapp acht Kilogramm Marihuana und Amphetamin aus den Niederlanden in den Rhein-Kreis Neuss geschmuggelt und in der Wohnung seiner Freundin versteckt. Als die Polizei beide festnahm, fand sie bei ihnen nicht nur ein Kilogramm Rauschgift, sondern auch Waffen.

Vor dem Landgericht Mönchengladbach legte der 25-Jährige nach anfänglichem Zögern ein Geständnis ab. "Er hat die Taten zum absoluten Großteil eingeräumt", so Gerichtssprecher Phil Schabestiel: "Allerdings hatte die Staatsanwaltschaft im Prozess auch Telefonüberwachungsmaßnahmen als Beweise vorgelegt."

Bei ihrer Telefonüberwachung hatten die Drogenfahnder der Polizei die Drogengeschäfte mitgehört – als die Gelegenheit günstig war, schlugen die Ermittler zu. Die 24-jährige Jüchenerin spielte bei dem Rauschgifthandel offenbar nur eine Nebenrolle. Sie selbst hatte vor Gericht erklärt, lediglich von den Geschäften gewusst zu haben. Sie habe ihren Freund nicht verlieren wollen und deshalb sein Handeln geduldet – aus Liebe ist sie offenbar zur Kriminellen geworden.

Die junge Jüchenerin stellte ihrem Freund nämlich nicht nur ihre Wohnung als Drogenversteck zur Verfügung, auch ihren Wagen durfte der 25-Jährige für die Rauschgifttransporte nutzen. "Darüber hinaus wurden in der Wohnung auch Dealer-typische Utensilien wie eine Feinwaage gefunden", so Gerichtssprecher Schabestiel. Im Fall der 24-Jährigen beließ es das Gericht bei einer Bewährungsstrafe und 2000 Euro Geldauflage, während ihr bereits vorbestrafter Freund für fünf Jahre und zehn Monate hinter Gitter muss. Gleichzeitig ordnete das Gericht die Unterbringung des offenbar drogenabhängigen Mannes in einer Entziehungsanstalt an.

(NGZ)