1. NRW
  2. Städte
  3. Rhein-Kreis
  4. Sport im Rhein-Kreis

Korschenbroich: K4: Bürger befürchten Parkplatzprobleme

Korschenbroich : K4: Bürger befürchten Parkplatzprobleme

Der Ausbau der K4 kann frühestens 2016 beginnen. Die geplanten beidseitigen Schutzstreifen reduzieren aber die Parkmöglichkeiten.

Die Ortsdurchfahrt Kleinenbroichs im Bereich der Kreisstraße 4 will der Rhein-Kreis Neuss schon seit Jahren ausbauen. Ursprünglich für 2015 ins Auge gefasst, wird es wohl noch länger dauern, bis das Projekt tatsächlich verwirklicht wird. Einen nötigen Landeszuschuss wird es laut Arnd Ludwig vom Kreistiefbauamt 2015 definitiv nicht geben. "Frühestens 2016 oder 2017" könne der Ausbau in Angriff genommen werden, wie Ludwig jetzt bei einem CDU-Infoabend in der Realschule sagte.

Im Oktober hatte sich der Straßenbauausschuss des Kreistags gegen die ursprüngliche Planung ausgesprochen und vor allem mit Blick auf zu befürchtende Parkplatzprobleme Nachbesserungen verlangt. Wie Arnd Ludwig und Architekt Johannes Klee jetzt deutlich machten, wird es aber keine fundamental neue Planung geben können. Ein Ausbau ohne Landeszuschuss ist nicht möglich. "Eine Förderung gibt es nur dann, wenn die Planung dem Stand der Technik entspricht", betonte Arnd Ludwig. Konkret heißt dies, dass die jeweils etwa 1,50 Meter breiten, beidseitig geplanten Fahrradschutzstreifen an der Hohe Straße und der Nordstraße nicht verhandelbar sind. Gerade sie werden jedoch dort, wo es heute noch möglich ist, künftig das Parken verhindern.

Auch wenn 20 neue Stellplätze geplant sind, bleiben bei etlichen Bürgern starke Bedenken, ob dies reichen wird. Unterstützung erhielten sie von Bürgermeister Heinz Josef Dick: Ihm zufolge handelt es sich um "eine grundsätzlich vernünftige Planung", mit der der schon seit den 90er Jahren diskutierte Umbau der K4 realisiert werden könne. Bei aller Zustimmung "sollten wir nicht so lebensfremd sein" und nicht zugleich das entstehende Parkplatzproblem lösen, meinte der Bürgermeister. Bisher im Bereich der K4 parkende Autos würden in die Nebenstraßen verdrängt, die bereits heute zugeparkt seien.

Dick regte an, darüber nachzudenken, ob, etwa im Bereich der St. Dionysius-Kirche, durchgängig "mit zwei Schutzstreifen gearbeitet werden kann". Mit Ausnahme des Gebiets um die Kirche sind nach den Worten von Johannes Klee in der Tat keine neuen Parkmöglichkeiten geplant. Der Planer sieht das Problem als weniger gravierend an als die Kritiker: "Manch ein Stellplatz und manche Garage oder Einfahrt werden nicht genutzt." Das gilt offensichtlich auch für Bewohner der Hochhäuser, die eigentlich über eine Tiefgarage verfügen.

Die von Gerd Sack und anderen Mitgliedern des Bürgerforums Kleinenbroich geforderte Geschwindigkeitsreduzierung zum Schutz von Fußgängern und Radfahrern soll es nicht geben. Die K4 sei eine Hauptverkehrsstraße und "nur als solche förderfähig", argumentierte Johannes Klee gegen eine Tempo-30-Zone. Auch wenn die Stadt als Verkehrsbehörde zuständig sein möge, wie Gerd Sack einwandte, "werden wir als Baulastträger diesem Wunsch nicht zustimmen, weil wir das gesetzlich gar nicht dürfen".

CDU-Kreistagsabgeordneter Wolfgang Wappenschmidt verwies auf den Ausbau der Hauptstraße in Glehn, wo sich der Verkehr seither "verstetigt" habe. Ein Faktor, der seiner Meinung nach zur Geschwindigkeitsreduzierung beitragen werde, sei die Tatsache, dass die Busse künftig im Straßenbereich halten werden. Grundsätzlichen Widerspruch gegen die Umgestaltung der K4 gab es nicht. Angesichts der Tatsache, dass sie frühestens 2016 erfolgen kann, besteht auch "kein Zeitdruck" für die weitere Planung wie Arnd Ludwig klarstellte.

(NGZ)