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Korschenbroich: Pfarrer van de Rieth verlässt Korschenbroich

Korschenbroich : Pfarrer van de Rieth verlässt Korschenbroich

Eine traurige Nachricht für 15 000 Katholiken in der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) Korschenbroich: Der Leitende Pfarrer Frank Josef van de Rieth verlässt nach Ostern 2013 den Pfarrverbund.

Die GdG Korschenbroich kommt nicht zur Ruhe: Immer wieder fielen in der Vergangenheit Seelsorger über Wochen und Monate hinweg aus gesundheitlichen Gründen aus. Zuletzt wurde Pater Provinzial Siegmund Malinowksi von Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff von seinem Amt entpflichtet. Er meldete sich Mitte Dezember 2011 ganz plötzlich mit schweren Herzproblemen krank. Exakt zwölf Monate später kündigt jetzt Pfarrer Frank Josef van de Rieth (45) seinen Rückzug an. "Ich verlasse die GdG Korschenbroich", bestätigte der Leitende Pfarrer und Vorsitzende des Kirchengemeindeverbandes gestern auf Anfrage. Gesundheitliche Gründe zwingen den 45-Jährigen zu diesem Schritt. Er hatte erst am ersten Adventssonntag nach dreieinhalbmonatigem krankheitsbedingten Ausfall seinen Dienst stundenweise im Zuge der Wiedereingliederung aufgenommen.

Mit einem kurzen Hinweis im Pfarrbrief hatte van de Rieth am Sonntag die rund 15 000 Katholiken der GdG über seinen Entschluss informiert. Diese Entscheidung traf Korschenbroichs Katholiken aber nicht völlig unvorbereitet. Schon während der jüngsten Erkrankung hatte es immer wieder Gerüchte gegeben, der Geistliche kehre nicht wieder in den Dienst zurück.

Mit seiner Gesundheit hatte es in den zurückliegenden Jahren ohnehin nicht gutgestanden. "Die nun dritte Operation innerhalb von sechs Jahren", lässt sich van de Rieth zitieren, "war das ausschlaggebende Moment für die schmerzliche Einsicht, dass sich mein Gesundheitszustand und meine Aufgaben als Leitender Pfarrer der GdG und Vorsitzender des Kirchengemeindeverbands Korschenbroich nicht länger gut miteinander vertragen." Die Gespräche mit den Verantwortlichen und mit seinen Ärzten hätten ihm im Interesse seiner Gesundheit keine andere Wahl gelassen, als den Rücktritt vom Pfarreramt ins Auge zu fassen.

Zur Frage, welche Aufgabe er künftig übernehmen werde, schweigt sich van de Rieth aus: "Es laufen noch Gespräche über meine Zukunft." Er will dem Personalchef im Bistum Aachen, dem Domkapitular Pfarrer Heiner Schmitz, nicht vorgreifen. Eine Leitungstätigkeit in einem anderen Gemeindeverbund schloss van de Rieth allerdings völlig aus.

Und zu einem möglichen Nachfolger sagte van de Rieth: "Wenn alles optimal läuft, kann schon nach Ostern ein neuer Seelsorger meine Aufgaben übernehmen." Dies habe der Bischof von Aachen wenigstens durchblicken lassen. "Wenn das gelingt, wäre das für alle optimal", so van de Rieth.

Dass er mit einem lachenden und einem weinenden Auge diese Entscheidung getroffen hat, betont der 45-Jährige mehrfach: "Ich muss zwangsläufig viele Menschen zurücklassen, die mir in gut zehn Jahren ans Herz gewachsen sind. Dabei denke ich speziell an meine Kollegen in der Seelsorge."

Nicht wirklich überrascht ist Johannes Kronen, sein Stellvertreter im Kirchengemeindeverband, der über seinen Gesundheitszustand umfassend informiert ist: "Ich persönlich bedauere seine Entscheidung. Ich habe gerne und gut mit ihm zusammengearbeitet."

(NGZ)