Ringen : Dülger ringt um den Anschluss

Die am Samstag startende Ringer-Bundesliga will Samet Dülger nutzen, um nach langer Verletzungspause den Anschluss an die nationale Spitze wieder herzustellen. Noch hat er Hoffnung auf eine Olympiateilnahme

Als Ende Januar 2008 DOSB-Generaldirektor Michael Vesper die ersten vier Olympiapässe des Deutschen Olympischen Sportbundes ausgab, gehörte Samet Dülger neben Kanu-Olympiasieger Andreas Dittmer, Hammerwerferin Betty Heidler und Fußballerin Renate Lingor zu den Empfängern. Als sechs Monate später in Peking das Olympische Feuer entzündet wurde, saß Samet Dülger im heimischen Köln und durfte die Ringerwettbewerbe am Fernseher verfolgen. Das soll dem 22-Jährigen, der seit vier Jahren für den KSK Konkordia Neuss auf die Matte tritt, nicht noch einmal passieren.

Obwohl er lange verletzt war, obwohl er von der nationalen Spitze — Dülger war 2007 und 2008 Deutscher Meister in der Klasse bis 66 Kilogramm Freistil — auf Position drei abrutschte und deshalb vom Deutschen Ringerbund weder für die Europameisterschaft in Dortmund noch für die WM (12. bis 19. September in Istanbul) berücksichtigt wurde, hat er die Hoffnung auf eine Fahrkarte zu den Olympischen Spielen in London (27. Juli bis 12. August) noch nicht aufgegeben.

"Ich bin wieder fit, habe keine Schmerzen mehr", sagt Dülger und ist überzeugt, zumindest den Sprung in eines der Olympia-Qualifikationsturniere im kommenden Frühjahr zu schaffen. Er weiß, dass das schwer wird, zumal er im EM-Dritten Saba Bolaghi (Mömbris) und in Martin Daum (Köllerbach) zwei ernst zu nehmende nationale Konkurrenten vor der Nase hat. Auf beide trifft er in der am Samstag mit dem Heimkampf gegen TuS Adelhausen (19.30 Uhr, Stadionhalle) beginnenden Bundesliga-Saison.

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Die nicht nur deshalb für Dülger eine ganz besondere ist: "Natürlich kann man sich da mit guten Leistungen für die Nationalmannschaft empfehlen", weiß der 22-Jährige — um so mehr, als sein Heimtrainer Ayhan Aytemiz Freistil-Bundestrainer Alexander Leipold als Assistent zur Hand geht. Je mehr Kämpfe er da bestreitet, desto größer die Chance, auf sich aufmerksam zu machen, deshalb ist das Saisonziel für Dülger klar gesteckt: "Wir wollen in die Play-off-Runde".

Dafür muss der Vorjahressiebte mindestens Vierter werden. Da wurmt es auch Dülger, dass etliche Leistungsträger den Kraftsportklub verlassen haben: "Aber wir sind auch so stark genug," findet der Freistil-Experte und nennt einen simplen Grund, warum es ihn nicht zur vielfach besser zahlenden Konkurrenz zog: "Mannschaftstreue".

(NGZ)
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