Korschenbroich : Brücke wird abgerissen

Neubau statt Reparatur: Die Brücke am Mevishof – im Feld zwischen Glehn, Kleinenbroich und Drölsholz – wird zum Monatsende abgerissen. Aus Sicherheitsgründen besteht bereits sein Juni 2010 ein Traktorenverbot.

Neubau statt Reparatur: Die Brücke am Mevishof — im Feld zwischen Glehn, Kleinenbroich und Drölsholz — wird zum Monatsende abgerissen. Aus Sicherheitsgründen besteht bereits sein Juni 2010 ein Traktorenverbot.

Die Stadt Korschenbroich hat 28 Brücken — längst nicht alle sind in einem akzeptablen Zustand. Bislang wurden zehn Brücken saniert: Mit Mevishof und der Schiefbahner Straße werden jetzt zwei weitere folgen. Bis zum Jahresende will Tiefbauamtsleiter Christoph Herchner (53) die beiden Baustellen abgeschlossen wissen. Die Kosten für Abriss, Neubau und für die Sanierung in Kleinenbroich gibt er mit gut 240 000 Euro an.

Bürgermeister Heinz Josef Dick verbindet mit dem Thema Brücken ausschließlich Kosten. "Die Stadt ist für Sicherheit und Zustand alleine verantwortlich", erklärt Dick auf Anfrage. Und frei nach dem Motto "Wer die Musik bestellt, muss sie auch bezahlen" — reißt jede Sanierung ein weiteres Loch in die schon klamme Stadtkasse. In der letzten Ratssitzung vor der Sommerpause hatte die Politik noch einmal nachgelegt und weitere 80 000 Euro als überplanmäßige Ausgabe für die beiden Vorhaben genehmigt. Die Kostensteigerung begründete Dick unter anderem mit "der angesprungenen Konjunktur".

Zum Hintergrund: Das Thema Brückensanierung beschäftigt die Stadt Korschenbroich seit Jahren. Sie ist im Besitz von 28 dieser Bauwerke. Zehn Brücken, die im öffentlichen Straßennetz integriert sind, konnten in den zurückliegenden Jahren allesamt saniert werden. Jetzt stehen noch 18 Brücken aus, die landwirtschaftliche Wege über den Jüchener Bach, die Triet, den Kommer Bach und den Nordkanal führen. 2002 wurde von dem Ingenieurbüro Schüßler-Plan aus Düsseldorf ein entsprechendes Kataster erstellt.

Die Brücken über den Jüchener Bach dienen ausschließlich dem landwirtschaftlichen Verkehr. Es besteht auch die Möglichkeit, diese Brücken ersatzlos abzureißen. Das hat die Stadt aber nicht vor, da sonst die Landwirte große Umwege in Kauf nehmen müssten — nicht selten durch Wohngebiete.

Also ein Dauerthema für Christoph Herchner: "Gesetzlich sind Kommunen dazu verpflichtet, ihre Brücken alle fünf Jahre von einem Statiker überprüfen zu lassen." Die "alten" Brücken werden übrigens alle sechs Monate kontrolliert.

Mit dem Komplettabriss wird die Firma Philipp Kutsch aus Aldenhoven zum Monatsende am Mevishof durchstarten. Die neue Brücke wird dann zeitnah errichtet. Herchner hofft, diese Baustelle und auch die parallel laufende Sanierung an der Schiefbahner Straße — dort sind die Geländer und die Betonkanten (Kappen) völlig marode — bis zum Jahresende abschließen zu können.

Weiter geht's in 2012 mit der Ausschreibung für die Unterführungssanierungen Regentenstraße in Korschenbroich und Holzkamp in Kleinenbroich. "Vorausgesetzt, die Finanzierung ist gesichert", spricht Herchner Gesamtkosten von gut zwei Millionen Euro an. Läuft alles planmäßig, wird 2013 saniert — dafür muss jede Unterführung aber sechs Monate gesperrt werden.

(NGZ)
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