Jüchen : Baustelle Haus Katz

Der Saal des denkmalgeschützten Haus Katz ist leer, die Toiletten wurden erneuert. Jetzt wird alles für den Einbau des neuen Lifts vorbereitet: rund 150 000 Euro investiert die Gemeinde in den behindertengerechten Umbau.

Staub am Boden, blanke Wände in den Toiletten, ein vollständig leer geräumter Saal in der ersten Etage, das Trauzimmer ist durch eine Staubfolie verhüllt: Haus Katz zeigt sich zurzeit in ungewohnter Aufmachung. Statt Politikern, Schützen oder Künstlern sind hier die Handwerker zu Gast. Sie richten das historische Gebäude behindertengerecht her.

"Zur Ratssitzung im Dezember soll der Saal wieder genutzt werden können", erläutert technischer Dezernent Oswald Duda den Zeitplan. Rund 150 000 Euro investiert die Gemeinde Jüchen, um das Objekt mit einem Behinderten-WC und einem Aufzug in den ersten Stock für Menschen mit Handicap, Rollator oder Kinderwagen zugänglich zu machen. Zudem werden die Waschräume für Damen und Herren vollständig erneuert.

Haus Katz ist ein Mittelpunkt der Gemeinde Jüchen: Hier tagt der Gemeinderat, hier laden die Bürgerschützen zum beliebten Mundart-Abend ein, hier finden Kreativmärkte oder Ausstellungen statt. Deshalb hatte der Stadtrat beschlossen, das Gebäude umbauen zu lassen. Nach Ostern waren die ersten Aufträge für den Umbau vergeben worden. Ende Juni, Anfang August war mit dem Projekt begonnen worden: "Ein enger Zeitplan, aber zu schaffen", meint Oswald Duda. Der aktuelle Stand des Umbaus: Die vorhandenen Waschräume wurden komplett abgerissen und so umgebaut, dass ein zusätzliches Behinderten-WC eingebaut werden konnte.

Auch die Toiletten für Damen und Herren sind zurzeit nur im Rohbau zu besichtigen. Jetzt folgt der Innenausbau: Fliesen werden verlegt, Leitungen gezogen, Sanitärelemente montiert.

Eine besondere Herausforderung: Die Anforderungen einer behindertengerechten Nutzung mit den Vorgaben des Denkmalschutzes in Einklang zu bringen: "Dazu waren zahlreiche Abstimmungsgespräche zu führen", bestätigt Oswald Duda.

Dies gelte besonders für den Aufzug, der in rund vier Wochen geliefert werden soll. Aus Gründen des Denkmalschutzes hatten sich die Jüchener für eine Stahl-Glas-Konstruktion entschieden, die Erdgeschoss und erste Etage miteinander verbinden. Zu erreichen ist der Lift im Erdgeschoss über den Ausstellungsraum.

Von dort aus kann durch eine Tür direkt die Rampe, die außen rund um Haus Katz verläuft, erreicht werden. Auch diese Tür vom Ausstellungsraum muss jetzt neu eingebaut werden.

(NGZ/rl)